Macht der Religionen

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Wieder einmal gelesen: Weil die muslimischen Verbände Macht im Land erstreben, eine solche, wie die christlichen Kirchen sie haben, sollen die christlichen Kirchen in ihrem Einfluss beschnitten werden. Damit würden die Muslime auch kein Recht mehr bekommen, in der Gesellschaft einflussreich zu sein. Weil sich die Muslime über den muslimischen Religionsunterricht in der Gesellschaft besser verankern wollen, soll auch der christliche Religionsunterricht eingestellt werden.

(a) Muslime werden von Atheisten gerne benutzt, um den Christen eins auszuwischen. (b) Will man nun alle christlichen Politiker als Atheisten sehen, weil eben muslimische Verbände Einfluss auf die Politik nehmen wollen? (c) Warum sollte den Atheisten (gilt auch für Muslime) mehr Einfluss gegeben werden, als ihnen vom Bevölkerungsanteil her zusteht? Man kann ja wieder in den alten Konfessionalismus zurückfallen: Wie früher Katholiken nur Katholiken wählten, Protestanten nur Protestanten, so können doch Atheisten nur Atheisten wählen, um sich politisch besser vertreten zu fühlen, muslimische Parteien versuchen es ja zurzeit, ihre Glaubensleute politisch zu binden. (d) Was ist das überhaupt für ein undemokratisches Denken, gesellschaftspolitisch aktive Kräfte einfach zu desavouieren, weil sie einem nicht passen? (e) Wie kann das Handeln einer Gruppe Argument dafür sein, das Handeln einer anderen Gruppe zu bekämpfen? (f) Man kann die religiösen Gruppen alle gleichermaßen bekämpfen, weil man sie eben als Religion ansieht, somit als einen störenden Aberglauben. Nur zeugt das nicht gerade von differenziertem Geschichtswissen, wenn man alle Religionen und alles Religiöse zusammenwirft – und von Religion und Religionswissenschaft hat ein solcher Mensch offensichtlich überhaupt keine Ahnung. (g) Eine Gesellschaft ist kein Schreibtischkonstrukt, sondern lebt aus Tradition und Gegenwart mit Blick auf die Zukunft. Von daher sind all diese Elemente zu berücksichtigen. Und unsere Tradition und Gegenwart lebt sehr stark aus dem Christentum. (h) Es gab schon Zeiten in Europa, in denen mächtige Gruppen die Tradition des Christentums und das Christentum selbst bekämpften, wo endeten sie? Wieder nach Irrwegen beim Christentum. (i) Wie krampfhaft man versucht, die Gegenwart vom christlichen Glauben zu lösen, zeigt sich zum Beispiel daran, dass man sagt: Auch ohne die 10 Gebote würde man nicht töten, auch ohne die 10 Gebote würde man nicht die Frau eines anderen nehmen. Wieweit das stimmt, mag jeder selbst beurteilen – aber es kommt doch nicht darauf an, ob es das eine oder andere Gebot menschlich auch sonst gibt – dafür hat Gott schon gesorgt – sondern auf das Gesamtkonzept der Menschenwürde, des Liebe deinen Nächsten, dass man sich nicht den menschlichen Autoritäten und Ideologien ausgeliefert weiß… (j) Bislang fehlt bei allen atheistischen Staaten (wie auch bei den muslimischen) der Beweis, dass sie Menschenrechte achten. Das Argument, das waren alles keine richtigen Atheisten, kennen wir mit Blick auf islamische Staaten von Muslimen auch. Natürlich können wir das auch von Christen sagen – aber das Schöne und Verteidigenswerte in der Gegenwart ist, dass die auch aus dem Christentum hervorgegangene Aufklärung das Christentum positiv beeinflusst hat und es dem Willen Jesu wieder näher gebracht hat, als es das selbst wohl konnte.

Diese Mischgesellschaft scheint die Menschheit weiterzuführen. Jeglicher Versuch, eine Einheitsgesellschaft herzustellen, sei es christlich, atheistisch, muslimisch, buddhistisch, hinduistisch führt zu Diktaturen.

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