Der Mohammedfilm

Auf youtube gibt es den Vorschlag, dass Muslim-Vertreter in D ankreuzen, welche Aussage sie beleidigt – und dass man dann versucht, diese Aussagen nicht mehr zu machen. Damit sei der Friede sozusagen weltweit hergestellt, vor allem auch, weil man den Kindern in der Schule dann schon beibringen könne, was sie nicht sagen sollen. Vorbild für eine solche Liste sei die Reichsschrifttumkammer der Nationalsozialisten. Man geht hin – und weiß sofort, das zu sagen ist nicht erwünscht, das würde Publizisten und Verleger die Arbeit sehr erleichtern: http://www.youtube.com/watch?v=foiPeGQ08Xk

Das Problem ist nicht, dass man nicht etwas sagen darf oder sagen darf – denn vieles steht ja schon in Koran und Hadith – sondern wer es sagt und in welchem Kontext es gesagt wird. Darüber hinaus ist zu fragen: Was bezweckt man mit der Information. Wenn der Iran es sagt, um das Gesetz dem Koran bzw. der Sunna anzupassen, dann ist das immer richtig, zumindest protestiert keiner kräftig dagegen. Wenn allerdings irgendein dahergelaufener Ungläubiger das sagt, dann ist das übel, weil damit keine Angleichung des Gesetzes an die Scharia verbunden ist, sondern nur reine Provokation.

Darüber hinaus muss ich schon sagen, dass diese Fragestellung selbst eine Beleidigung ist, da sie eben nicht aus der innermuslimischen Diskussion entstanden ist (was darf man wann wo, wie, warum sagen), sondern von einem Provokateur ins Netz gestellt wurde, der wohl nur reden darf, wenn er gefragt worden ist. Da ihn aber keiner fragt, muss er schlicht und ergreifend den Mund halten.

Dieser satirische Beitrag zeigt, wie viele, dass es kaum Menschen in unserem Land gibt, die sich von irgendeinem den Mund verbieten lassen wollen. Das zeigt auch der Beitrag von Martina Fietz: http://www.focus.de/politik/deutschland/fietz-am-freitag/gewaltausbrueche-in-vielen-laendern-weshalb-das-mohammed-video-nicht-verboten-werden-darf_aid_824535.html oder der Zwischenruf von Julie Zeh: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1737528/Juli-Zeh-Alles-Vollidioten%2521, die freilich so spricht, dass man nicht ganz genau weiß, was sie eigentlich will – aber die Tendenz ist klar: Jeder darf sagen, was er will, auch dann, wenn er Vollidiot ist. Und so weit ich weiß, hat auch Martin Schulz ein wenig Gegenwind für seine unsägliche Aussage bekommen.

Aber gleichzeitig hört man Westerwelle und Niebel – die irgendetwas zu dem Thema sagen, das eher Meinungsfreiheit eingrenzend ist. Doch ich frage mich: Wie ist das praktikabel, die Meinungsfreiheit einzugrenzen? Und da kommt der oben genannte Vorschlag von youtube wohl gerade recht.

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