Gruppenzwang

Als ich in der Tagesschau die Bilder gesehen habe, die zeigen, dass in Pakistan Massen von Menschen gegen den Film protestieren, war deutlich, dass es sich um Berufsgruppen handelte. Und das kennt man: Belegschaften werden irgendwo hingekarrt, um zu demonstrieren. Und wer wagt es da, nicht mitzumachen? Jeder macht mit – gerade in Gesellschaften, in denen ein gegen den Strom schwimmen den Tod oder sozialer Abstieg bedeuten kann.

Das wiederum zeigt: Diese Massendemonstrationen sind ein Signal gegen die eigenen Glaubensgenossen: Wehe euch, ihr findet den Film richtig, wehe euch, ihr sympathisiert mit den Karikaturen. Die Massen sind dann gegen euch und werden euch in der Luft zerfleischen. Warum werden sie das tun? Weil der einzelne Mensch der Masse Angst hat vor den anderen – auch wenn die vielleicht genauso denken sollten – aber wer weiß das schon, weil alle mitmachen? Was kann solche brutalen Gesellschaften retten? Die Förderung des Individualismus. Je mehr Menschen mutig gegen die Masse für das einstehen, was sie glauben, desto freier wird die Gesellschaft. Aber darum dieser unsägliche Hass gegen Christen und Atheisten, gegen Frauen, die für mehr Rechte eintreten, gegen Menschenrechtler.

Die Glaubensgruppe als Gefängnis – das ist das, was wir als freie Menschen auch gegen so genannte Sekten haben. Wenn sich eine große Religion als „Sekte“ entpuppt – dann wird es heftig. Und das erleben wir überall.

Noch einmal zu den Protesten: Nooke „warnt vor einem Einknicken gegenüber Islamisten“: http://www.welt.de/politik/ausland/article109340674/Anti-westliche-Kraefte-steuern-die-Proteste.html

Ausgeliefert dem Größenwahn: http://www.spiegel.de/politik/ausland/todesstrafe-in-gambia-praesident-jammeh-lenkt-scheinbar-ein-a-855777.html

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