Mohammed-Film

Ich habe den Film im Blog manchmal als blödsinnig oder ähnlich bezeichnet. Das hat natürlich seinen Grund: Nicht darin, dass er – soweit ich ihn gesehen habe – alles vollkommen falsch wiedergeben würde, sondern weil er reine Polemik ist. Wie bereitet man Material auf? Bereitet man es so auf, dass es den anderen erniedrigen soll oder bereitet man es im Respekt vor dem anderen auf, auch wenn man gegen ihn ist? Ich meine, das soll jeder selbst entscheiden – aber ich persönlich finde manches eben überflüssig – wie auch den Titanic-Papst-Artikel. Allein, wenn man Koran und Hadithe usw. liest, macht man sich schon so seine Gedanken.  Aber in der Aufarbeitung sollte man auch die Glaubenden mit einbeziehen. Nun, das hat der Film gemacht – aber eben nur die extremistische Gruppe der Frommen. Sicher, wir Christen sind vor solcher polemischen Sichtweise, mit der man uns gerade aus atheistischen Kreisen betrachtet, auch nicht verschont worden – und Betroffene sollten dieser Polemik auch mit der nötigen Distanz begegnen. Denn Polemik sagt mehr über den Macher aus als über die polemisch gezeigte Gruppe. Dumm läuft es nur, wenn eine Gruppe das Klischee bestätigt, das man von ihr hat. Und das zeigen diese aggressiven Muslime, das sie dem Klischee des Filmes entsprechen. Da fragt man sich nun: Was will ein Film mehr an Aufklärung erreichen? Muss man ihn nicht über alle Maßen loben, weil er das erreicht hat? Aber damit zeigt er eben nur eine Seite der Medaille, der Islam ist eben vielfältiger und mit diesen Aggressoren nicht identisch. Mich ärgert die Führung der Muslime in Deutschland http://www.welt.de/politik/deutschland/article109289736/Muslime-warnen-vor-Strassenschlachten.html  – denn damit zeigen sie, was sie von ihren muslimischen Glaubensgenossen halten: Leute, die dem Klischee des Filmes entsprechen. Und da muss ich als Nichtmuslim ein Wort für all die Muslime gegen ihre Führung einlegen: Muslime, die ich kenne, die sind besonnen und sachlich, gehen mit der nötigen Distanz an diesen Film heran und entsprechen nicht dem Klischee des gewaltätigen Islamisten.

„Wut legitimiert keine Einschränkung der Freiheit“: http://www.welt.de/debatte/die-welt-in-worten/article109297404/Wut-legitimiert-keine-Einschraenkung-der-Freiheit.html

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