Kruzifix nochmal!

Da fühlt sich einer von der taz (Georg Seesslen) wieder einmal über alle Religiösen erhaben http://www.taz.de/!100984/ Das ist häufig der Tenor atheistisch geprägter Auseinandersetzung: Tun Religionen den Mund auf, weil sie nicht alles von irgendwelchen Leuten akzeptieren, dann nimmt man es ihnen übel und empfindet das als Vorzeichen von religiösen Kämpfen. Eine Gesellschaft ist nun einmal nicht atheistisch – unsere schon gar nicht, auch wenn Leute, die sich nur in atheistischen Kreisen bewegen, meinen, alle im Lande seien Atheisten. (Genauso wie die Muslime, die nur in muslimischen Kreisen leben, davon träumen, bald den Islam in Deutschland herrschen zu lassen, weil sie mit 2-5% eh schon die Mehrheit sind.) Von daher müssen die jeweiligen Ansichten immer miteinander ausgehandelt werden. Es wird beklagt: „Es fehlt an einem demokratischen Grundvertrag zwischen den Religionen und der Gesellschaft, zwischen Kirchen und Staat.“ Wie kann man überhaupt Religionen und Gesellschaft trennen? Die Gesellschaft ist geprägt von den religiösen und nicht religiösen Menschen, die sie bilden. Der Staat soll einen Grundvertrag schließen: Wie ist das realistisch zu verstehen, bei den tausenden von unterschiedlichen Gruppen und Grüppchen – auch diesen ganzen esoterisch-religiösen Gruppen? Heißt das im Grunde nur, dass der Staat den religiösen Gruppen Vorgaben machen soll, was mehrheitlich atheistisch orientierte Gruppen – die ja auch eine Vielfalt in sich sind – fordern? Dann wären wir in einer Staatsdiktatur.

Das ist ein absurder Artikel – weil er vollkommen realitätslos an die Sache herangeht, eben in dem Sinne: Ich denke atheistisch – also müssen alle Religionen in meinem Sinn diszipliniert werden.

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