Rosa Winkel

In der Tagesschau wurde davon gesprochen, dass Schwule in einem KZ der durch Nationalsozialisten ermordeten Homosexuellen gedachten. Es war auch von dem „Rosa Winkel“ die Rede, den Schwule tragen mussten. Für den Zuschauer kam rüber, dass es so gewesen sei wie bei Juden, die den Gelben Stern tragen mussten. Aber die Verfolgung Homosexueller und die Verfolgung von Juden hatte einen anderen Charakter – wobei freilich gesagt werden muss, dass beides äußerst schlimm und menschenverachtend war. Es geht hier auch nicht um Wertung, sondern um geschichtliche Infos.

Der Rosa Winkel wurde Männern angetan, die wegen ihrer angeblichen schwulen Haltung ins KZ gekommen waren. „Angeblich“ darum, weil es zum Beispiel auch eine Kampagne gegen die Katholische Kirche gab, in der Priester der Homosexualität beschuldigt und entsprechend verurteilt worden waren, obgleich sie nicht homosexuell veranlagt gewesen sind. Juden mussten den Gelben Stern in der Öffentlichkeit tragen. Juden wurden aus rassischen Gründen verfolgt – das heißt, sie wurden rassisch festgelegt -, während Schwule zum Teil umerzogen werden sollten. Homosexuelle Juden oder Sinti und Roma wurden nicht wegen ihrer sexuellen Neigung in KZ verschleppt, sondern eben weil sie Juden bzw. Sinti waren. Die meisten Homosexuellen, die angezeigt wurden, wurden zu Gefängnisstrafe verurteilt – und von den geschätzten 10.000-15.000 kamen in den KZ etwa 53% um http://de.wikipedia.org/wiki/Rosa_Winkel

Es ist gut, dass Homosexuelle an die Opfer dieses unmenschlichen Systems erinnern, wie es gut ist, dass jede Gruppe an die Opfer dieses Systems erinnern. Denn es sollte möglichst niemand vergessen werden. Doch wenn jede Gruppe nur an die denkt, die ihnen zugehörten – wer denkt an die vielen, vielen, die aus irgendeinem Grund ins Räderwerk der Vernichtung geraten sind? Ich möchte dazu auf den Band: „Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus“ hinweisen, die als pdf-Datei zu erhalten ist: http://www.bpb.de/shop/buecher/einzelpublikationen/33973/gedenkstaetten-fuer-die-opfer-des-nationalsozialismus-band-i

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