Kirchenväter 11: Basilius

Basilius war einer der so genannten drei Kappadozier: Basilius der Große, Gregor von Nazyanz, Gregor von Nyssa. Basilius der Große war der ältere Bruder von Gregor von Nazyanz und Gregor von Nyssa war ihr Freund.

Basilius der Große lebte von ca. 330-379. Er ist in eine Familie hineingeboren worden, die sich schon länger zu Jesus Christus bekannt hatte – und was für eine christliche Familie war sie! Drei seiner Vorfahren wurden wie mit ihm drei seiner Geschwister heiliggesprochen. Die ganze Familie, einschließlich der Schwester waren umfassend sehr gebildet. Er wuchs schon nach der konstantinischen Wende auf, doch jede Zeit hat so ihre Schwierigkeiten, und so war es in seiner Zeit gefährlich, nicht Arianer zu sein. Athanasios und andere, die sich zum dreieinigen Gott bekannt hatten, wurde das Leben schwer gemacht.

Nach seinem Studium wurde er Mönch, gründete Klöster, in denen neben Gebet und Arbeit auch intensives Bibelstudium getrieben wurde. Die Regel, die er für die Mönche geschrieben hat, beeinflusst das Mönchtum bis in die Gegenwart. Obgleich er selber asketisch lebte – und wahrscheinlich darum auch recht reizbar war -, half er in einer Hungersnot Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen, indem er alles verkaufte und selbst die Nahrung austeilte. Er trennte dabei nicht zwischen Juden und Christen, weil eben, so die sinngemäße Begründung, alle Hunger haben. Die mönchische Askese diente dazu, dass der Mensch die Freiheit erlangt und Gott schaut – aber Liebe ist die treibende Kraft zu Gott und den Menschen.

Er wurde Helfer des Bischofs und ein großer Prediger – und wurde später selber zum Bischof ernannt, und das nur, weil der Bischof Gregor von Nazyanz (der Vater seines Freundes) für ihn eingetreten war, denn die Angriffe der Arianer waren massiv, zum anderen war die Politik des Kaisers gegen diejenigen eingestellt, die Gott als den Dreienigen verehrte. Aber Basilius ließ sich nicht einschüchtern, sondern formulierte als erster, dass Gott ein Wesen und drei Personen (Vater, Sohn, Geist) sei. Kaiser Valens hat ihm über einen Gesandten damit gedroht, seinen Besitz einzuziehen, ihn zu verbannen, zu foltern und zu töten. Basilius soll darauf geantwortet haben (gekürzt): Sonst nichts? Ich habe keinen Besitz, ich bin überall auf Gottes Erde zu Hause, Folter bringt mich um – und ich komme schneller zu Gott. Daraufhin sagte der Vertreter des Kaisers: So hat noch nie jemand zu mir gesprochen. Basilius: Du hast noch nie einen richtigen Bischof gesehen. Der Kaiser wagte es nicht, Basilius anzutasten, statt dessen verbannte er dessen Bruder Gregor von Nyssa. Als der arianische Kaiser gestorben war, wurden die Menschen, die an der Lehre von der Wesenseinheit Gottes festgehalten haben, aus der Verbannung zurückgeholt.

Basilius kümmerte sich aber auch ganz praktisch um seine Gemeinden: Er baute Krankenhäuser – die ersten, von denen wir wissen -, und Altersheime – eine ganze Stadt der Nächstenliebe entstand, eine Art Bethel. Er erkannte die Sünden der Christen: Die Verfolgungen hatten nachgelassen, jeder konnte Christ werden, und wie schon häufiger gesehen: Christen gehen unmenschlich mit anderen um. Sie lebten nicht, wie Gott es will. Und so versuchte er, sie wieder auf die Anfangszeit des Glaubens auszurichten, sie auf den Willen Gottes aufmerksam zu machen. Dennoch achtete er auch die heidnische Tradition und hob die Bildung hervor. Weiteres wäre zu nennen, was zeigt, dass er zu recht schon zu Lebzeiten als „der Große“ bezeichnet wurde.

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