Kirchenväter 10: Athanasios

Athanasios wurde um 298 in Alexandria in einem christlichen Elternhaus geboren. Er erlebte noch die Kirchenverfolgungen – aber auch die neue, mit Konstatin angebrochene politische Wende.  Im 3. Jahrhundert begann eine neue Bewegung, die Christen zu erfassen: Es zogen junge Menschen in die Wüste, um dort abgeschieden vom Trubel, besitzlos den Glauben zu leben, wohl auch, um der Verfolgung zu entgehen. Auch Athanasios zog eine zeitlang in die Wüste und kannte sogar Antonius den Großen, der einer der ersten großen Wüstenväter war. Über diesen Atanasios schrieb er nach dessen Sterben eine Hagiographie, das heißt, eine Biographie über einen Heiligen – diese Schrift beeinflusste das christliche Mönchtum immens. Athanasios kehrte jedoch aus der Wüste zurück, lebte aber weiterhin recht asketisch. Er wurde Sekretär des Bischofs Alexander – den Kämpfer gegen Arius. Arius hatte gelehrt, dass Jesus Christus unter Gott stehe, nicht wesensgleich mit Gott sei, sondern nur wesensähnlich. Aber für Athanasios war es wichtig, dass Jesus nicht nur wie in der griechischen Mythologie so eine Art Halbgott war, sondern es war Gott selbst, der in Jesus Christus den Menschen die Erlösung brachte. Es ging darum, dass man das Wesen Gottes nicht dem von der griechischen Tradition geschulten Verstand unterwirft, sondern das Wesen Gottes selbst in der Offenbarung Jesu Christi erkennt. Nachdem Bischof Alexander gestorben war, wurde Athanasios Bischof – und bekam durch die Anhänger des Arius mächtig Ärger, ihm wurden schlimme Dinge unterstellt. Selbst vor einem Mord soll er nicht zurückgeschreckt haben – aber er konnte beweisen, dass der angeblich Ermordete noch lebt. Er bekam auch Ärger mit Euseb, den wir im vorangegangenen Abschnitt angesprochen haben. Dieser beschuldigte ihn vor Konstantin ein Fanatiker zu sein, der solche Macht habe, dass er sogar die Versorgung mit Getreide hindern könne. Daraufhin wurde er nach Trier und Rom in die Verbannung geschickt – und knüpfte Fäden zu anderen wichtigen Christen. Unter Druck durfte er dann wieder nach Alexandria zurück. Die Verfolgung durch arianische Christen ließ nicht lange auf sich warten und er ging in den Untergrund – zu den Wüstenmönchen. Danach durfte er doch wieder zurück. Und er hatte großen Einfluss bei der Beantwortung der Frage nach der Trinität, dem Verhältnis von Gott Vater, Gott Sohn, Gott Heiligem Geist. Wegen seiner Standhaftigkeit, weil er lieber Verbannungen auf sich nahm, Kaisern und christlichen Synoden widerstand, auch der von Origenes angestoßenen Spekulation, als die Einheit Gottes zu leugnen, wurde er Säule der Kirche, durch die Gott in schwerer Zeit die Kirche erhalten hat, und Kirchenvater genannt. Athanasios war auch einer, der versucht hat, unter den christlichen Kaisern die Selbstständigkeit der Kirche zu erhalten. Kirche ist nicht Lakai der Herrscher – und das fuchste natürlich so manche Leute, nciht nur Herrscher, sondern auch Mitläufer und Karrieristen. In seinem 39. Osterfestbrief nannte er die 27 Schriften des Neuen Testaments. Schon vorher gab es solche Listen – aber der Liste, die Athanasios nennt, entspricht das Neue Testament noch heute.  Athanasios starb 373 in Alexandria.

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