Tschechien+geraubtes Eigentum

Dass in Tschechien die Sozialdemokraten und die Mehrheit der Bevölkerung dagegen sind, das unter den Kommunisten der Kirche geraubtes Eigentum zurückzugeben, kann man sich gut vorstellen. Kommunismus verankert sich in den Köpfen – und bleibt in den alten Kadern lange erhalten: http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article108573737/Tschechien-streitet-um-Kirchenbesitz.html Man möchte ja unter den Kommunisten nicht alles falsch gemacht haben – und so bleibt der letzte Rest eben der Kampf gegen die Kirche als größter Klassenfeind als letzte Bastion, um noch ein wenig ehrenvoll in die eigenen Annalen eingehen zu können.

Dennoch ist die Angelegenheit komplizierter. Muss man auf sein Recht pochen? Ich denke, ja. Denn Rechtlosigkeit kann man nicht um des lieben Friedens willen dulden. Aber wie dieser Artikel zeigt, hat die katholische Kirche viel falsch gemacht in der Beurteilung der politischen Lage: http://www.kas.de/upload/dokumente/verlagspublikationen/was_eint_europa/europa_tschechien.pdf

Und so stellt sich die Frage, ob hier nicht versöhnungsbereite Korrekturen die verhärteten Grenzen aufbrechen. Wenn Kirche sich, statt auf Macht zu pochen, ihres eigentlichen Feldes, soziale Kompetenz, bewusst wird und die rechtliche Frage aus der Perspektive der Nachfolge Jesu angeht – ich denke, dann kann etwas bewegt werden, denn die Menschen von Tschechien sind ja – wie die meisten Menschen – nicht von vorneherein bösartig gegen die Kirche eingestellt, sondern es spielt neben der aggressiven Tradition auch viel Enttäuschung in der Ablehnung mit eine Rolle. Es gibt eine Basis, und die muss man finden wollen, auf der man gemeinsam zum Ziel, dem Wohl Tschechiens, kommt.

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