Kirchenväter 7: Cyprian

Cyprian wurde in Karthago (heutiges Tunesien) um 200 geboren. Er ist in einer reichen und gebildeten Familie aufgewachsen, wurde erfolgreicher Anwalt. Ein Priester wurde sein Freund – und Cyprian wurde Christ – und verschenkte im Jahr 246 (?) einen Teil seines Besitzes, lebte asketisch, las unter anderem Schriften von Tertullian. Schon bald darauf (249) wurde er Bischof, was die alten Christen nicht gerne gesehen haben und so legten sie ihm Steine in den Weg – darüber hinaus begann 250 eine Christenverfolgung. Er floh – was ihm Glaubende als Feigheit übelnahmen. Als Bischof wirkte er während der Verfolgung weiter durch Menschen, die er in seine Gemeinden sandte. Viele Christen distanzierten sich in dieser Verfolgungszeit vom Glauben. Nach der Verfolgung (251) kam das Thema auf: Wie muss die Kirche mit denen umgehen, die ihren Glauben verraten haben? Darüber hinaus: Wie muss die Kirche mit denen umgehen, die von Ketzern getauft worden waren? Cyprian war moderat in der Frage nach der Aufnahme derer, die den Glauben verraten hatten – nicht aber konnte er diejenigen akzeptieren, die von Ketzern getauft waren. Gegen die Aufnahme derer, die den Glauben verraten hatten, waren viele derer, die den Verfolgungen standgehalten hatten und darauf zu recht stolz waren. Dazu gehörte Novatian – er trennte sich darum von der Kirche und bildete eine Gegenkirche. Cyprian schrieb daraufhin den Satz: „außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“. Der Streit mit Novatian konnte nicht beigelegt werden – aber auch Cyprian machte es den vom Glauben Abgefallenen, die durch die Verehrung des Kaiserbildes Götzendienst betrieben haben, nicht leicht. Sie mussten die Regeln der Buße auf sich nehmen, denn wenn man sich zu Gott in der Taufe bekannt hat, Gott mich angenommen hat, dann ist es schlimm, wenn man diese Liebe verrät.

Cyprian betonte die Bedeutung des Bischofsamtes und konkurrierte auch mit dem Bischof von Rom – und hier ging es um die Frage der Anerkennung der Ketzertaufe, die der Bischof von Rom moderater interpretierte als Cyprian. Die Taufe, so Cyprian, ist nur wirksam, wenn ein Rechtgläubiger sie vermittelt. Der Bischof von Rom betonte in der Frage nicht den Täufer, sondern das, was Gott in der Taufe wirkt. Es geschieht etwas zwischen Gott und dem Täufling unabhängig vom Taufenden. Es wird vermutet, dass es zum Bruch gekommen wäre, wenn es 257 nicht eine erneute Verfolgungswelle gegeben hätte. Cyprian hätte sich trotz Trennung von der Kirche immer noch in der Kirche gewusst. Warum? Der Satz „außerhalb der Kirche gibt es kein Heil“ ist somit so gemeint, dass es außerhalb der Kirche, deren Einheit in Jesus Christus ein Geheimnis ist, die seiner Lehre folgt, keine Rettung gibt. Es geht nicht um bedingungslosen Gehorsam gegenüber dem Papst. In der Verfolgung wurde Cyprian zuerst festgenommen, dann aber zum Tode verurteilt und in der Öffentlichkeit im Jahr 258 enthauptet. Er soll dem Henker noch Goldstücke gegeben haben, weil er ihm das Himmelstor öffne.

Tertullian – Cyprian – Augustinus: diese drei großen Christen, die in Nordafrika wirkten, haben die christliche Kirche in ihrer Lehre massiv beeinflusst.

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