Kirchenväter 2: Justin

Justin ist möglicherweise in Sichem bzw. Nablus, einer Stadt im heutigen autonomen Palästinensergebiet, geboren worden und 165 in Rom. Er wuchs wohl heidnisch auf und studierte Philosophie. Die Beschäftigung mit Platon und die Begegnung mit einem alten Mann am Strand, der ihm von Jesus Christus erzählte, brachten ihn dazu, sich taufen zu lassen.  Als christlich-philosophischer Lehrer zog er im Gebiet der heutigen Türkei umher. Er schrieb Werke, in denen er den christlichen Glauben gegen Vorwürfe seiner Zeitgenossen verteidigte. Durch seine Verbindung des christlichen Glaubens mit der Philosophie, hat er dazu beigetragen, dass die Gebildeten seiner Zeit auf das Christentum aufmerksam wurden. Er gründete in Rom ein Schule, schrieb eine Schutzschrift für Christen an den Kaiser und den Senat und wurde mit sechs seiner Schüler festgenommen. Er weigerte sich, den heidnischen Göttern zu opfern und wurde unter dem Caesar Marc Aurel in Rom hingerichtet. Er stand kühn und freimütig zu seinem Glauben. Zu den so genannten Gerichtsakten: http://www.heiligenlexikon.de/Literatur/Gerichtsakten_Justinus.html

Historisch gesehen ist Justin wichtig, weil er mit seinen Schriften tiefe Einblicke in das Christentum und in philosophische Strömungen seiner Zeit bietet. Argumentationsweisen, Auslegungen der Bibel werden deutlich – seine Werke sind eine Fundgrube. Besonders deutlich wird die Aufnahme der antiken Philosophie: Es werden grundlegende Elemente aufgegriffen, losgelöst von oberflächlichem religiösen Glauben, und mit dem Glauben an Jesus Christus verbunden. Es begegnen sich sozusagen jüdisch-christliche und griechisch-philosophische Traditionen. Und damit ist auch angesprochen, was ihm wichtig war: Die weltumspannende Gemeinschaft, die der christliche Glaube bietet.

Die Kirchenväter, die folgen, stehen auch auf seinen Schultern. Damit wird eines deutlich: Dieser alte Mann, der dem Heiden Justin von Jesus Christus erzählt hat: Was für eine große Auswirkungen er hatte.

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