Islamische Länder

Es fällt mir immer wieder auf: Aus jedem islamischen Land gibt es wieder üble Nachrichten. Es gäbe aus jedem Land üble Nachrichten, aber diese sind dann nicht so strukturell bedingt, nicht so grundlegender Art (Ausnahme ist vielleicht Mexiko). Man möchte gerne einmal sehen und hören, wie gut es den Menschen dort geht, dass sie sich frei fühlen, Minderheiten wie Menhrheiten. Von daher kann ich auch verstehen, dass die Medien so euphorisch den arabischen Frühling bejubelten. Alle Welt wartet darauf, dass diese Länder endlich einmal aus der Knechtschaft erwachen. Ich denke, dass das Erwachen kommen wird. Es werden immer mehr Menschen vom Freiheitsgedanken ergriffen. Es dauert allerdings, bis sich der Freiheitsgedanke auch in Mut umwandelt. Das, was wir an islamistischen Gruppen erleben, das ist das letzte grausame Aufbäumen einer faschistoid ideologisierten Religion.

Glaube ich selbst, was ich hier schreibe? Gegen allen Augenschein? Überall wird es in diesen Ländern brutaler – und die Brutalitäten werden ohne Rücksicht in andere Länder exportiert: in die USA, nach Europa, nach Australien und Asien. Es ist ein kleines Hoffnungspflänzchen in mir, über das zwar immer wieder Stiefel gehen und es zu zertreten suchen, auf das mit allen möglichen Rohren geballert wird, aber sind die Stiefel weg, ist der Beschuss weg, reckt es wieder seine Blätter nach oben.

Als ich das schrieb, kamen die Meldungen von den Anschlägen im Irak in die online-Zeitungen. Und das in der Zeit des Ramadan: http://www.kath.net/detail.php?id=37473 – oder erst recht an Ramadan?

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