Sexuelle Ausbeutung und Dekadenz

Dass es in römischer Zeit sexuell hart her ging, das zeigen ein paar Schriften – Komödien, Juvenal usw. Das hat http://www.welt.de/kultur/history/article107617696/Sex-war-in-Rom-eine-inflationaere-Handelsware.html in einer Vorstellung des Buches von Robert Kapp dargelegt.

Ich denke, dass das auch ein Grund dafür war, dass die christliche Ethik so eine große Anziehungskraft hatte. Sexuell ausgebeutete und erniedrigte Menschen, sexuell übersättigte Menschen merken, dass es wichtigere Dinge im Leben gibt, eben die ethische Höherentwicklung und dazu gehört es, die Sexualität in Kultur überzuführen. Vor allem Frauen haben im 2./3. Jahrhundert die asketische Richtung der Christen als hilfreich empfunden.

Zurzeit ist ja ein Sadomaso-Buch in den Medien präsent, vor allem, weil Frauen die Leserinnen sein sollen (wenn das keine Werbestratregie ist). Aber das hängt möglicherwerise mit unserer virtuellen Sexualität zusammen – und dass ununterbrochene sexuelle Ausbeutung und andauernde massive Übergriffe nicht mehr zu dem Erfahrungsschatz der meisten Menschen in unseren zivilisierten Ländern gehört.

Damit kann auch zusammenhängen, dass es christliche Gruppen gibt, die zum Thema Sexualität sehr freizügige Ansichten vertreten, weil sie die Aggressionen, die mit der Sexualität auch verbunden sein können, nicht mehr kennen (vielleicht auch mangelnde Empathie sie zu dominanten Figuren macht, z.B. Kentler). Aber als christliche Gesamtgemeinschaft muss sie nicht zuletzt um der Menschen Willen einen engeren Rahmen vertreten.

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