Diktatörchen

Neulich habe ich ein interessantes Gespräch gehabt – freilich habe nicht ich gesprochen, sondern mein gegenüber geriet immer mehr in Rage: Der Staat muss das Rauchen verbieten, weil Menschen geschädigt werden. Der Staat muss Alkohol verbieten, weil Menschen geschädigt werden. Der Staat muss das Reisen mit Flugzeugen verbieten, weil die Umwelt geschädigt wird.

Mein Einwand, dass der Staat das alles gar nicht muss, sondern im Gegenteil, wenn er damit beginnt, sich die Teufelsküche auftut, wurde vom Tisch gefegt, weil der Staat eben Menschen schützen muss…

Und das ist eben das, was mich nicht wenig bange macht: manche Menschen denken so. Aber ein Staat, wie ich ihn mir vorstellen, lässt allen Bürgern auch mit ihren Marotten Freiheiten. Die Bürger selbst müssen sagen: Mit Rauch und Alkohol will ich nichts zu tun haben und Menschen, die mich entsprechend belästigen, will ich meiden oder von meinem Weg zu überzeugen suchen. Der Staat als Erzieher des Menschen verheddert sich immer stärker in irgendwelche Ideologien. Man muss zum Wohl der Menschen die Menschen – die ja insgesamt als ziemlich blöde angesehen werden – erziehen. Man muss ihnen die Kinder wegnehmen und in KiTas zu dem Fachpersonal stecken, denn Eltern sind unfähig, die Kinder zu wahren modernen Gendermenschen – was weiß ich was – zu erziehen. Erziehen aus Gründen der Umwelt, erziehen aus Gründen der großen Mitmenschlichkeit, erziehen aus politischen und atheistischen Gründen…

Unsere Regierungen sind dabei, den Menschen immer stärker zu umnetzen. Und je mehr Menschen sich das gefallen lassen und für gut heißen, desto schlimmer wird es für die Menschen, die Freiheiten lieben – eben auch, wenn diese Unwägbarkeiten und Marotten mit sich bringen. Kurz: Kleingeister scheinen immer stärker das Regiment zu übernehmen. Und dagegen habe ich massiv etwas – nur was nutzt es einem, wenn die Kleingeister eben mehr oder weniger gewalttätig ihre enge Sicht durchsetzen?  Noch ist es nicht so weit, und darum haben wir alle noch mächtig was zu tun, damit es nicht so weit kommt.

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