Afghanistan rückwärts? + Syrien

Manchmal denken sich die Menschen auch ihr Land schön: http://www.welt.de/politik/ausland/article108123280/Taliban-richtet-Frau-hin-Maenner-bejubeln-die-Tat.html Und die Westler, die jetzt aus Afghanistan abziehen wollen, denken sich die Zukunft einfach schön. Und dann, wenn sie abgezogen sind? Dann beginnt das Morden – im Zentrum stehen sicher auch die Frauen, die ein wenig mehr Freiheit genossen haben, zum Beispiel, indem sie zur Schule gingen. Dazu kommt: In zwei Monaten (März + April) gab es – schon jetzt, vor dem Abzug – in Afghanistan 16 so genannter Ehrenmorde: http://www.dailymail.co.uk/news/article-2168850/Mother-30-young-children-beheaded-ex-husband-Afghanistan-honour-killing.html Und der Westen? Er verspricht der afghanischen Regierung viel Aufbaugeld. Wer bekommt es, wenn die Soldaten abgezogen sind? Man wirft es den Mördern in den Rachen – ach so, man hat Bedingungen daran geknüpft. Netter Versuch.

Friedensversuch in Syrien gescheitert: http://www.welt.de/politik/ausland/article108125921/Kofi-Annan-erklaert-Syrien-Mission-fuer-gescheitert.html Nun, es war ein Versuch, der von Anfang an zum Scheitern verurteilt war, weil nicht in den Blick gekommen war, das massives politisch-religiöses Interesse darin besteht, Assad und seine Religionsgenossen kleinzukriegen. Die Sunniten, samt Türkei und Saudi Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate – alle sind sie darauf aus, in Syrien den Einfluss zu bekommen. Die Deutung, dass ein geknechtetes Volk gegen einen Diktator aufsteht, war ein Hinderungsgrund dafür, die Lage adäquat zu erfassen. Von daher ist es nun konsequent, dass Annan nicht nur Assad und co. kritisiert, sondern auch diejenigen, die die Rebellen mit Waffen unterstützen – wozu sicher auch (direkt-indirekt?) die USA gehört.

Der Zorn auf Russland durch Außenministerin Clinton zeugt von einem Weltbild, das eigentlich am Aussterben zu sein schien: Alle haben nach der Pfeife der USA zu tanzen. Die versteckten Drohungen, die Clinton ausspricht, sind nicht akzeptabel – und sollten von allen westlichen Staaten als Anmaßung zurückgewiesen werden, weil sie den labilen Friedensprozess zwischen Russland, China und dem Westen stören. Dominantes Auftreten ist Gift.  Nicht Standpunkt beziehen – aber ein solches, die anderen disqualifizierendes Auftreten – dabei müssten Clinton und co. inzwischen selbst merken, dass sie aufs gefährliche Pferd setzen. Ein Syrien unter sunnitischer Herrschaft (Erdogans Türkei und co.) ist eine weitere Gefahrenquelle für Israel und natürlich für den Westen, weil deren Machtpotential viel größer wird. Erdogan hat schon die Größe des alten osmanischen Reiches im Blick. Und da stört Syrien.

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Eine Antwort auf „Afghanistan rückwärts? + Syrien“

  1. WER war und ist es, der den Deutschen und der EU die Türken und ihr Land -+ Religion und Kultur!- immer wieder heftig aufdrängt? Seit Jahr und Tag die amerikanische Regierung bzw. ihre Präsidenten. Ganz selbstlos, versteht sich. Allein zum Heil Europas -so die Stimmen von jenseits des Atlantiks….. Hat Amerikas Außenpolitik nichts dazu gelernt? So lange aber Deutschland willfähriger Befehlsempfänger der USA ist, so lange wird Frau Clinton ihre unkluge und gefährliche Politik mit Erfolg fortsetzen.
    Und Herr G. Westerwelle bleibt willfähriger Handlanger der demokratischen „Clinton und Co Dynastie“.
    Das deutsche Volk und Europa werden verschaukelt. Für wie lange noch?
    fragt das Echolot

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