Beschneidung + status confessionis

Ich denke, dass es wichtig ist, wann und aus welchem Grund eine Beschneidung stattfindet. Soweit deutlich ist, hat sie im Islam keine dermaßen religiöse Bedeutung wie im Judentum und sie wird auch im Islam zu einem anderen Zeitpunkt im Leben vollzogen. Von daher mag Necla Kelek Recht haben, was die Beschneidung im Islam betrifft: http://www.welt.de/debatte/kommentare/article107288230/Die-Beschneidung-ein-unnuetzes-Opfer-fuer-Allah.html Freilich: Wenn damit die Erlaubnis verbunden ist, Mekka zu besuchen, dann wird sie sicher nicht, weil ein Gericht in Deutschland sie ablehnt, nicht mehr vollzogen. Gehört die Wallfahrt nach Mekka doch zu den zentralen Bestandteilen des Islam.

Vielleicht kann man gesetzlich den Zeitpunkt der Beschneidung festlegen – also 10 Tage nach der Geburt oder ähnlich. Denn ich vermute mal, dass es von der Psyche her gesehen wichtig ist, ob ein Säugling im Alter von acht Tagen oder ein Junge im Alter von 11 Jahren beschnitten wird. Die religiöse Verankerung ist in beiden Religionen sehr unterschiedlich, von daher wird sie im Islam auch anders beurteilt werden müssen. Im Judentum gehört sie zur Grundlage – im Islam zur Beilage.

Wir Christen können uns glücklich schätzen, dass wir uns „nur“ taufen lassen. Wie sagte der JudenchristPaulus: Die Beschneidung des Herzens ist wichtiger als die des Leibes. (Römerbrief 2,29 mit Anklang an Deuteronomium 30,6) In der katholischen Kirche gab es wieder mehr Taufen als Austritte: http://www.jesus.de/index.php?id=885&tx_ttnews[tt_news]=186077&cHash=1b1423ff01b9a95bf6942a0fb2417788

Extreme Atheisten mögen natürlich jauchzen, weil ihre Weltsicht einen Sieg davongetragen hat. Aber es ist ein Pyrrhussieg mit schalem Beigeschmack: „Landgericht Köln verbietet das Judentum in Deutschland“ http://www.kath.net/detail.php?id=37147 – Ist das zu krass ausgedrückt? Vielleicht. Aber das zeigt die große Unkenntnis des Gerichts von Religion, es ist sich der Ausmaße dieses Urteils nicht bewusst. Und jeder Jude (vielleicht auch Moslem) muss dieses Urteil als status confessionis ansehen – das heißt als ein Urteil, dem man sich schlicht und ergreifend nicht unterordnen darf. Das ist wie wenn irgendein Gericht daherkäme und Christen die Taufe, das Abendmahl, die Bibel, die Gemeinschaft der Glaubenden verbieten wollte oder die Unterordnung der Pfarrer / Priester unter irgendeine Ideologie verlangen wollte. Dem kann kein Christ zustimmen und er würde an allen Ecken und Enden versuchen, hier dem Staat Paroli zu bieten. Und wenn er nicht feige ist oder andere Gründe seine Handlung fordern, sogar unter Aufgabe seiner Freiheit… Heute sichtbar in: China, Nordkorea, Kuba, Laos, Vietnam und in vielen islamischen Staaten. Und wir Christen haben hoffentlich im Laufe unserer neueren Geschichte gelernt, Juden zu unterstützen, statt ihnen den Glauben zu erschweren.

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