Beschneidungsurteil

Gestern habe ich mich vehement gegen das Beschneidungsurteil gewandt, weil es von großer religionsgeschichtlicher Ahnungslosigkeit geprägt war. Die Kritik an diesem irrealen Urteil ist auch insgesamt vielfach geäußert worden: http://www.welt.de/regionales/koeln/article107280710/Fast-einhellige-Kritik-am-Koelner-Beschneidungsurteil.html  Ich möchte noch hinzufügen, dass auch politisch große Ahnungslosigkeit bei den Verfechtern zu herrschen scheint. Man nähme damit eine Art Judenvertreibung aus Deutschland mit in Kauf – oder wie andere sagen: Beschneidungstourismus: Muslime und Juden würden in anderen Ländern die Beschneidungen durchführen und wieder zurückkommen. Es ist insgesamt gesehen ein äußerst bizarres Urteil.

Manche meinen, das Verbot gehöre zur Trennung von Religion und Staat. Trennung von Religion und Staat heißt ja nicht, dass der Staat nun eine eigene Weltanschauung durchdrücken muss, das hatten wir bei Nationalsozialismus und Kommunismus. Trennung von Kirche und Staat bedeutet, dass der Staat nicht Handlanger einer Religion ist, aber die Religion seiner Bürger schützt. Manche meinen auch, dass das bedeute, dass Politiker keiner Religion angehören dürften. Dem ist nicht so, denn die Bürger bilden den Staat und der Staat ist Ausdruck seiner Bürger. Alles andere ist zu kurz und ideologisch gedacht.

Nachtrag: Wenn eine Religion herkommt und Kindern Arme und Beine abhackt, heißt das, man solle es dann auch erlauben? http://quotenqueen.wordpress.com/2012/06/28/moslems-verargert-uber-beschneidungsurteil/ Das ist – gelinde gesagt – ein unterirdischer Blödsinn.

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