Differenzieren

Wenn ich den einen oder anderen Punkt habe, den ich an der türkischen Regierung kritisiere, dann heißt das noch lange nicht, dass ich etwas gegen Türken habe. Wenn ich Merkel kritisiere, dann habe ich ja nichts gegen Deutsche. Alles andere wäre echt kindisch und albern. Das trifft auch auf China zu. Ich kann die Menschen eines Landes und ihr Tun, ihre Geschichte bewundern – aber gleichzeitig die Regierung oder bestimmte menschenrechtsverletzende Handlungen kritisieren. Wie gerne war ich in Ägypten, hatte Begegnungen mit sympathischen Ägyptern (auch in Deutschland) – aber es gibt Entwicklungen, die aus meiner Sicht für die Menschen schlimm sind – was aber nicht bedeutet, dass ich die Ägypter alle in diesen finsteren Topf werfe. Andersherum: Ich kann Informationen von Seiten aufgreifen, mit denen ich nicht immer eine Meinung bin, weil ich die Informationen sonst nirgends gefunden habe.  Ich kann Aussagen einzelner Menschen für gut finden – und zwar diejenige, auf die ich hinweise – ohne mich damit mit allen Aussagen dieser jeweiligen Menschen zu solidarisieren. Ich kann bestimmte gesellschaftliche Strömungen und Gruppen unterstützen, bin aber so frei, mich von ihnen in bestimmten Punkten auch abzusetzen. Ich habe das schon häufiger im Blog geschrieben – muss es wahrscheinlich auch noch häufig tun: Liebe Leserinnen und Leser, ich hoffe, auch Ihr seid so frei, dass Ihr Euch nicht in eine Schublade pressen lasst – und dass Ihr auch keine Angst habt, zwischen den Stühlen zu sitzen. Für mich macht das übrigens auch Christsein aus: Zwischen Stühlen zu sitzen. Der Maßstab ist nämlich nicht irgendeine menschliche Weltanschauung, sondern Nachfolge Jesu Christi. Bekanntlich passt sich Jesus Christus nicht irgendwelchen menschlichen Größen und Gruppen an, sondern will, dass man sich ihm anpasst. Ein Tipp für diejenigen, die ihr Leben langweilig finden: In der Nachfolge Jesu Christi wird es spannend. Garantiert. 🙂

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