Buddha-Strafen

Der Palikanon (der Teil: Anguttara Nikaya) zählt eine Reihe schlimmster Strafen auf – ich glaube, die kennt man nicht einmal im Europa des Mittelalters (es kann einem dabei schlecht werden) – und dann wird daran verdeutlicht, wie schlimm es ist, wenn die Seele aufgrund von Schuld bestraft wird. http://www.palikanon.com/angutt/a02_001-010.html Leute, Leute. Kennt man hier wirklich den Buddhismus?: “Das, ihr Mönche, sei euer Streben! Die Schuld aber scheuend, die Schrecken der Schuld sehend, steht zu erwarten, daß man von aller Schuld frei wird.”

Das heißt: Man wirft der Kirche zu Recht die Drohung mit der Hölle vor – der Buddhismus, wie er hier deutlich wird, steht dem jedoch keinen Deut nach. Da kann man verstehen, warum einige europäische Buddhisten meinen, sie müssten den wahren Buddhismus erst nach Asien bringen.

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2 Antworten auf „Buddha-Strafen“

  1. Schön, dass Sie dies angenommen haben. Wenn immer werter Hr. Wolfgang Fenske möchte, soll er sich erinnern, dass er herzlich eingeladen ist sangham.net und zugangzureinsicht.org zu nutzen, in welcher Weise Ihm es such immer nützlich für ein Gutes erscheint und um vielleicht mehr zu Buddhas Haltung, von Bestrafung abzusehen, zum Zecke von Erlöschens von Stress und Leid.

  2. Werter Hr Wolfgang Fenske,

    Ihr Artikel wurde gerade für ein vielleicht provozierendes Thema in einem Forum gepostet, dies ist auch der Grund, warum Attma hier her gefunden hat. (http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=1&t=13955).

    Sie haben richtig erkannt, dass es auf ersten Hinblick keine Unterschiede geben mag und die Tatsache, dass heute wenig Freude haben solche Dinge wie Schuld zu hören, ist auch vielmals der Grund, warum manche Buddhas lehren so darstellen wollen, als hätten Handlungen keine Auswirkung (früher oder später). Nun kann man sagen „Ich will nicht, dass die Dinge wieder auf mich zurückfallen“ und sich mit Händen und Füßen, meist mit weiteren Vergehen gegen Gesetzmäßigkeiten, denen man, wenn man sie nicht beachtet, nicht entrinnen kann, aufleht. Diese Sache ist aber keine einzig Christliche oder Buddhistische, sondern betrifft alle Lehren, inkl. Normales Recht, die sich der Hilfe durch vlrzeigen eines gangbaren Weges als Alternative verschrieben haben.
    Also nochmal, man kann sagen „nein, das will ich nicht, wie ein Verbrecher, dem es droht die Strafe zu erhalten“ oder man kann beginnen sich erst gar nicht solchen Dingen, vorausschauen, auszusetzen.

    Was mich auf den Unterschied zwischen Christlichem Denken und der Lehre Buddhas hier bringt. Im Christlichen Glauben geht man davonaus, wenn man der Obrigkeit sonst zugetan und hörig ist, diese einem die Schuld vergibt, also selbst wenn sie schlechtes getan haben, ist da jemand, der sie vor dem Reifen der Früchte bewahrt, ein Gott, oder ein Pfarrer, der ihnen die Absolution in seinem Namen erteilt.

    In den Lehren Buddhas kommt soetwas nicht vor und man bleib stets selbst eigenverantwortlich, kann seinen Fehlern grundsetzlich auch durch Bitten und Betteln nicht entrinnen, oder besser den Früchten daraus. Da wäre so, als ob sie die Kinder, die sie gezeugt haben nicht wollten. Klar können Sie sie töten, klar kann man alles Mögliche tun, um die Früchte solange wie möglich nicht reifen zu lassen, aber man entkommt diesem nicht wirklich, solange man damit fortfährt und nicht beginnt einen alternativen Weg zu gehen.

    Beide Religionen haben aber ein Werkzeug (im Buddhismus formal nur Mönche), um sich zu erleichtern, wenn man einen Fehler gemacht hat. Im Christentum nennt man es Buße (wie gesagt, ist einem da auch die Abnahme der Schuld in Aussicht gestellt), im Buddhismus nennt man es Eingeständnis. Was da passiert ist etwas, das man auch im Strafrecht nutz, es hat eine tiefe psychologische Wirkung, wenn man sich sozusagen entschuldigt und seinen Fehler eingesteht. Mit einem Schlag wird der Geist wieder freier und man kann daran arbeiten fortzuschreiten, was man, wenn auch meist unbewußt und unterschwellig (Dinge nagen nun mal am Gewissen, da kann man protestieren was man will), nicht wirklich kann, wenn man „stur“ bleibt. Man frisst sich sozusagen mit seine Gedanken, Ängsten… (sei es nun offenkundig oder unterschwellig) auf und kommt nicht von der Stelle.

    Hier nochmals erwähnt, in Buddhas Lehren kommt keine Allmächtigkeit vor, die einem seine Dinge abnimmt, einem vor schlechten Handlungen, besser den Früchten aus schlechten Handlungen schütz.

    Was ihnen vielleicht schon selber aufgefallen ist, ist das Phänomen, dass wenn sie wissen, das sie etwas verbockt haben und das für sich eingestehen, Sie leichter die Konsequenzen tragen können. Wenn Sie zum Beispiel den Nagel lässig gehalten haben, und sich mit dem Hammer auf den Daumen schlagen, werden Sie es mehr oder weniger ohne Fluchen, Schreien, oder den Übeltäter vielleicht wonanders suchen hinnehmen, vielleicht werden Sie sogar zu sich selbst sagen „siehste da haste“ und auch der Schmerz wird nicht so empfunden, als wenn sie sich ihren Fehler nicht eingestehen wollen.

    Also desto mehr man versteht, dass die Dinge aus eigenem Grund, aufgrund von eigenen Fehlern auf einen herunter prasseln, um so leichter kann man sie nehmen. Sicher verringert ein kluger Mensch die Ungeschicklichkeiten wo nur geht, auch wenn er sich bewußt ist, dass da noch einiges nachkommen kann. Was meinen Sie, wäre es aus dieser Sicht klug zu meinen „soetwas wie Schuld“ gibt es nicht?

    Viel Freude beim selbst Testen und Forschen.

    Metta und mudita

    (Und verzeihen Sie, wenn der Besuch ungewünscht war, aber Attma denkt, das sie vielleicht gerade deshalb hier dieses geschrieben haben, um Antworten zu finden)

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