Griechenland Grass

Es war einmal – da war Griechenland groß. Die größten Denker wirkten dort: Die Vorsokratiker, Sokrates, Platon, Aristoteles, Epikur, Stoiker… – Und seitdem wurde es bewundert: Die Römer bewunderten es und eiferten ihm geistig nach, so Cicero, Seneca…  Sie beeinflussten die Kirchenväter – nicht nur die des Ostens (Origenes, Athanasios, Basilius der Große, Chrysostomos). Aber man sieht hieran schon, die alte Philosophie löste sich vom Ursprungsland – wurde aber durch die Theologie mit der Alten zeit verbunden. Und das wurde vor allem in der folgenden Zeit deutlich. Als dann Griechenland spätestens 1453 unter osmanische Herrschaft geriet, wuchs meines Wissens kaum noch ein sehr einflussreiches Hälmchen. Es ist also schon sehr lange her. Griechenland ist eine Wiege unserer Kultur – und das gegenwärtige Griechenland lebt noch von seinen Vätern – und so hat es sich auch im 19. Jahrhundert von den Türken gelöst, mit Blick auf die glorreiche Vergangenheit, verbunden mit der glorreichen Zeit der byzantinischen Kirche. Die Erinnerung an diese Zeit förderte auch den nationalen Gedanken, den der Sehnsucht nach Befreiung von der Fremdherrschaft. Das Alte – nicht Byzanz – greift Grass in seinem Gedicht auf. Übrigens: Die Franken und somit auch die Katholiken, sind rein geschichtlich gesehen, nicht besonders beliebt – und was macht Grass?

Gibt es so eine Art Kollektivdank, dem die Welt den Griechen schuldet, allein schon weil sie in Griechenland leben?

Ich selbst denke: Griechenland muss sich seiner besinnen – und schauen, wie es mit der Hilfe anderer – selbst aus der Krise herausfindet. Wie? Ich weiß es nicht, plapper nur nach: Finanzdisziplin steht wohl an erster Stelle. Aber die Auswüchse sind ja schon Folge davon, dass das Land aufgrund mangelnder Industrie usw. sich selbst mit Tricks irgendwie über Wasser halten musste.

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