Ahmadiyya

Neulich war in der Presse von dem Mann die Rede, der seine Tochter ermordet hat. Es handelt sich um einen Mann der Ahmadiyya. Es wurde von diesem Mann auf die Ahmadiyya insgesamt geschlossen: Sie sagen Liebe statt Hass und morden die Tochter. Eine solche Darstellung ist unfair. Ich kenne Menschen der Ahmadiyya, die versuchen, ein Leben zu leben, in dem sie das verwirklichen, was sie lehren. Man mag theologisch vollkommen anderer Ansicht sein – aber das muss man anerkennen und ich finde das auch sehr gut, weil es eine Chance bietet, gut miteinander auszukommen. Wenn ein Mensch, der als Christ gilt, einen anderen umbringt, wäre es auch unfair, von diesem auf alle Christen zu schließen. Wenn ein Atheist einen anderen Menschen umbringt – es wäre unfair, von ihm auf alle Atheisten zu schließen. Wir Menschen sind unberechenbar – auch wenn man sich als Gruppe noch so viel Mühe gibt, die Moral der Mitglieder zu erhöhen – es gibt immer welche, die aus irgendwelchen Gründen ausrasten können. Freilich, wenn einer, der Christ ist, seine Hand gegen einen anderen Menschen erhebt, dann wiegt es x-Mal schwerer, als wenn Nichtchristen es tun, weil er die Spuren seines Herren – also: Jesu Christi – verlassen hat. Aber wir Christen kennen das schon: Selbst ein Apostel Jesu, also Judas, hat ihn verraten – von daher ist es immer wieder erschütternd, aber nicht unbekannt.

Nun bin ich von dem Ahmadi auf Christen zu sprechen gekommen. Was ich sagen wollte: Trotz massiver theologischer, kultureller und ethischer Unterschiede sollten wir fair miteinander umgehen, denn gerade die Ahmadis sind eine Gruppe, die einen anderen Weg einschlagen als andere muslimische Gruppen und die auch deshalb unter ihren Glaubensgenossen zu leiden haben. Ich bin nicht immer so sanft in der Beurteilung – weil christliche Sicht und Ahmadi Sicht zum Teil diametral gegenüberstehen. Mir geht es jedoch darum, fair miteinander umzugehen.

Impressum auf www.wolfgangfenske.de