Grüne + Kultursteuer

Da fordern die Grünen eine Kultursteuer statt Kirchensteuer http://www.kath.net/detail.php?id=36554. Prima! Dann bekommt der arme Eisbär auf seiner schmelzenden Propaganda-Scholle viel, viel mehr Geld (dieser Aktivist hätte sicher auch etwas abbekommen: http://www.spiegel.de/panorama/sea-shepherd-chef-paul-watson-in-frankfurt-verhaftet-a-833113.html ) – Krankenhäuser, Behindertenwerkstätten – naja, die finanzieren sich ja sowieso irgendwie durch den Staat.

Freilich gehen prozentual nicht sehr viel Kirchensteuern in die direkte Sozialarbeit – aber: Der besoldete Pfarrer, die Pfarrerin können ihre Arbeit für den Menschen nur darum tun, weil sie eben von den Kirchenmitgliedern über die Steuern finanziert werden. Nun mag sicher der eine oder andere, der nicht besonders viel Ahnung hat, sagen: Ja, Gottesdienste, da geht ja kaum jemand hin… Ich hatte tatsächlich einmal so einen Lehrer, der ohne rot zu werden in der Klasse behauptete, Pfarrer müsste man sein: Man macht während der Woche eine Rede, die man sowieso in den Pfarrerblättern schon fast fertig findet und hält sie dann am Sonntag – das sei das Pfarrerdasein. Wer keine Ahnung hat, kann das natürlich sagen. Genauso wie die Ahnungslosen sagen, der Lehrer hätte nur ein paar Stunden Unterricht mit Kinderspiel am Tag und viel, viel Ferien. Doch wie sieht das Pfarrerleben tatsächlich aus?: Beerdigungen, Hochzeiten, Angebote für Kinder und Jugendliche und Senioren in den Gemeinden, seelische Auferbauung für viele, die seelische, familiäre oder mit sich selbst… Probleme haben, Obdachlosenhilfe vor Ort oder anderen Menschen, die an der Armutsgrenze leben, einen großen Raum geben Kirchen der Kunst… Notfall und Katastrophenfürsorge, Organisation dieser Tätigkeiten in der Gemeinde usw. usw. All das tut sich nicht von alleine. Menschen vor Ort leben die Kirche und sind auch Nutznießer der Kirche. http://www.steuer-forum-kirche.de/kist-verwendung.pdf Natürlich gibt es unter Pfarrern und Pfarrerinnen wie überall schwarze Schafe 😉 , aber man kann diese ja nicht zum Maßstab seiner Unkenntnis nehmen.

Das eigentliche Ziel mancher Partei (nicht nur der Grünen) ist nicht die Abschaffung der Kirchensteuer, sondern die damit verbundene Abschaffung der Kirche als machtvolle Institution. Aber man darf sich nicht täuschen: Auch Gemeinden, die nicht von Kirchensteuern leben, können stark sein (s. USA) – je frömmer sie sind. Das dürfte für so manchen Grünen eine Drohung sein – und für manchen Christen ein Hoffnungsschimmer.

Nachtrag: So kann man es natürlich auch sehen: Grüne wollen Kirchenaustritt bremsen. Wenn also alle so viel zahlen müssen wie Christen ihre Kirchensteuer, dann will keiner mehr austreten – hat sogar noch gespart, weil die Beerdigungen billiger sind: http://www.welt.de/politik/deutschland/article106337641/Gruene-wollen-Kirchen-Austritte-per-Steuer-bremsen.html Also, liebe Grüne, ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass ich Euch so missverstanden habe. Oder hatte ich doch Recht?

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