Sympathien für erniedrigtem Mörder

Ich finde das sehr interessant. China hat den Chef einer Bande festnehmen lassen, der viele Morde, Entführungen und und und auf dem Gewissen hat (falls er eines hat). Als Zeichen des Sieges musste er sich hinknien und aller Welt wurde so gezeigt, dass er besiegt wurde. http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article106292836/Blutschuld-des-Drogenbosses-vom-Goldenen-Dreieck.html

Nun können aber solche Bilder im Westen ganz andere Reaktionen auslösen: der arme Massenmörder, er wird jetzt unzumutbar erniedrigt, kniet da, umgeben von den bösen Beamten, die ihm die Freiheit nehmen… Daran wird etwas deutlich: Auch der Mörder ist mit Würde zu behandeln, auch wenn er sie eigentlich verspielt hat, indem er die Würde anderer Menschen mit Füßen getreten hat. Denn: Wer anderen die Würde nimmt, zeigt seine eigene Würdelosigkeit. Das gilt jedoch auch für den Umgang mit Mördern. Denn der Umgang mit anderen spiegelt immer sein eigenes Innere wieder. Von daher spiegelt der Umgang mit dem Mörder auch die Haltung der chinesischen Verantwortlichen wieder.

Freilich: Auch übertriebene Liebe und Rücksichtnahme zu bzw. gegenüber dem Mörder spiegelt die Haltung des Menschen wieder, der hier übertreibt – eben: Maßlosigkeit. Maßlosigkeit somit auf beiden Seiten. Eine Gesellschaft muss solche Menschen mit allen möglichen legalen Mitteln aus dem Verkehr ziehen, will sie nicht deren Opfer werden.

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