Islam+Islamismus2

Man muss historische Sachverhalte auch einfach stehen lassen können, statt das Blaue aus der Geschichte heraus zu lügen, und schlicht und ergreifend sagen: Es gibt auch Muslime, die versuchen, Aussagen, die in unseren Augen unangemessen sind, neu zu verstehen, ihr Leben unabhängig von diesen Formulierungen in Gemeinschaft mit Nichtmuslimen zu leben. Und diese Muslime sind bewundernswert. Und mit ihnen muss man gemeinsam gegen die Islamisten angehen – also gegen Muslime, die handfeste oder verbale Gewalt ausüben. Ständiges Verängstigen der Muslime mit Allah, Dämonen und Hölle ist genauso Gewalt, wie ihnen körperlichen Schaden zuzufügen. Darum geht es. Muslime müssen gegen ihre schlimme Tradition eine neue Identität finden, vor allem müssen sie aus dem appellativen Charakter des Koran (Allah will: du musst xy tun – und zwar für alle Zeit, ob du willst oder nicht) herauskommen. Dass wir Christen manches abstreifen mussten, um die Quelle – Jesus Christus – neu freizulegen, dürfte allen klar sein. Das Problem, das ich nur sehe, ist: Wo haben Muslime eine solche alte gute Quelle, die sie freilegen können? Sie scheinen sie im Koran und den Hadithen zu finden. Doch: Darum müssen Muslime mit ihren islamistischen Glaubensbrüdern und Schwestern ringen – da kann ihnen im Grunde niemand bei helfen.

Es kann ihnen auch keiner in der Frage helfen:

Ist Kritik an Aussagen des Koran Kritik an Allah? Das ist zum Beispiel ein Problem, das wir als Christen so nicht kennen, denn die Bibel ist nicht identisch mit Gott. Von daher ist Kritik an der Bibel keine Kritik oder Infragestellung Gottes. Ein paar wenige Muslime versuchen auch schon den Koran aus seiner Zeit heraus zu verstehen, bzw. als Text zu verstehen, der in manchen Abschnitten nur in seine Zeit hinein gesprochen hat. Jedoch fragt es sich: Werden sie sich durchsetzen? Zum Wohl von Menschen müssen wir sagen: Hoffentlich. Im Christentum hat Gott selbst die Infragestellung durch den Menschen in der Hinrichtung Jesu positiv beschieden: Ich rette Euch.

Oder: Hadithe überliefern Texte über Mohammed, die nicht unbedingt sehr vorteilhaft für Mohammed sind, die aber bei vielen als echt gelten – aber in Bezug auf die Hadithe sind einzelne muslimische Gelehrte weiter gekommen, wobei es da, soweit ich beobachte, noch ziemliches Gehakele gibt.

Im Grunde gilt aber: Weil unser christliches Verhältnis zu unserer Heiligen Schrift so ein ganz anderes ist als das der Muslime zu ihrer, haben wir Christen überhaupt keine Möglichkeit, hier irgendwie helfend unter die Arme zu greifen. Die Diskussion unter Muslimen ist spannend.

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