Wunder-Syrien

Das wäre wirklich ein Wunder, wenn die syrische Armee am Dienstag die Waffengewalt einstellen würde – und dann am Donnerstag die Opposition nachziehen würde. Das widerspricht aller, aber auch aller militärischen Logik. Welche Armee gibt dem Gegner die Möglichkeit, sich zu regenerieren, um dann später doppelt so viele Verluste zu haben. Solche Waffenstillstände sind von Anfang an zum Scheitern verurteilt – und ich frage mich, wer sich so einen gutgemeinten Unfug ausdenkt. Nun ja, es gibt manchmal Wunder – und hoffen wir darauf. Darf die Politik mit der Hoffnung auf Wunder arbeiten? Hoffentlich dient das ganze nicht dazu, die Syrer einfach nur vorzuführen: „Schaut, wie böse Assad ist, dass seine Armee dennoch weiterkämpft! Jetzt ist aber Schluss und die Staatengemeinschaft muss militärisch eingreifen!“ Eine solche propagandistische Vorgehensweise wäre auch kein Wunder, sondern Gang und Gebe. Irgendwie scheinen manche nicht gerafft zu haben, dass es Krieg ist. Krieg zwischen der syrischen Herrschaft und denen, die die Herrschaft an sich reißen wollen. Und unsere politischen Chefs haben sich auf die Seite der kriegerischen Gegner Assads geschlagen. Nun müssen sie sehen, wie sie aus diesem Schlamassel wieder rauskommen – drohen können sie alle schon wunderbar. Und Waffen liefern – über die befreundeten sunnitischen arabischen Staaten – die dann später gegen uns gerichtet werden – wegen Al Kaida und so – tun die das auch?  http://de.rian.ru/politics/20120313/263045079.html

Seit ich diese Zeilen geschrieben habe, hat sich einiges getan: Die so genannte Opposition – also die Krieger gegen Assad weigern sich zu unterschreiben, weil sie sagen: Assad halte sich ja doch nicht daran. Sie hätten ihre Zusage ja schon mündlich gegeben.

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