solus Christus, sola scriptura, sola fide

Allein Christus, allein die Schrift, allein der Glaube – diese drei wurden in/nach der Reformationszeit als Schlagworte betont:

Allein Christus – nicht der Papst, nicht die Heilsmittlerin Kirche.

Allein die Schrift – nicht die Kirchenväter und Konzilsbeschlüsse.

Allein der Glaube – nicht die Werke retten vor dem Tod ins ewige Leben.

Manche tun sich schwer mit diesen Aussagen:

Allein Christus? Er war doch nur ein Mensch, ein Vorbild, wie es viele und besser bezeugte Menschen und Vorbilder gab. Christus – der Herr? Ich bin mein eigener Herr und ich entscheide, welches Wort Jesu für mich relevant ist – wenn überhaupt eines relevant ist. Christus der einzige Weg zu Gott? Jede Religion findet zu Gott – und die Nichtreligiösen werden von Gott auch angenommen.

Allein die Schrift? Ein wichtiges Werk, gewiss, von der Menschheitskultur her gesehen – aber “Wort Gottes”, das mein Leben bestimmen will? Was in den vielen Aussagen ist denn eigentlich Wort Gottes? Muss das Wort Gottes nicht historisch-kritisch herausgefiltert werden? Muss es nicht von all den üblen und unglaublichen Worten gereinigt werden, die sich darin angesammelt haben?

Allein der Glaube? Ich glaube, dass es morgen anders wird, Glaube ist nicht Wissen, Glaube ist was für Weihnachtsmann- und Osterhasen-Kinder. Ich als Erwachsener stehe über so etwas wie Glauben. Ich als Erwachsener entscheide selbst, was ich glauben will: Reinkarnation, Heilsteine, Channeling, an mich selbst und den Psychiater… Was die Glaubenden sagen ist sowieso Phantasie und Hirngespinst – vor allem: furchtbar veraltet.

Nun, wenn einer Schwierigkeiten mit der Wirklichkeit hat, ändert das nichts an der Wirklichkeit.  Es wird im christlichen Glauben nicht verlangt, das alles so zu glauben. Es wird nur erwartet, dass man sich dieser Gottes-Wirklichkeit gegenüber offen lässt und gespannt wartet: Wird Gott sich mir in Jesus Christus durch den Heiligen Geist als Wirklichkeit öffnen? Es wird erwartet, dass dass man sich dieser Wirklichkeit nicht immer selbst wissentlich in den Weg stellt, indem man um sich selbst kreist:

Ich bin der Größte, Beste, Schönste – oder: Ich bin der Kleinste, Schlimmste, Hässlichste;

meine Worte und Gedanken allein zählen / oder die Worte und Gedanken irgendeines menschlichen Angesehenen – oder: Wer hört schon auf mich? Alles ist sinnlos und jeder dumm…;

ich glaube an mich – oder: Ich glaube an nichts.

Ich, meiner, mir, mich – ist allein die Vergänglichkeit, die gottlose Vergänglichkeit.

Ich, meiner, mir, mich – wird einmal oder ist die Wirklichkeit Gottes gewiss: sola gratia – allein aus der Gnade Gottes.

Kirche