Gauck-Rede

Felicitas Küble http://charismatismus.wordpress.com/2012/03/24/was-mir-an-gaucks-antrittsrede-misfallt/ hat aus meiner Sicht Recht, wenn sie die Rede Gaucks an ganz bestimmten Punkten – sagen wir einmal – für unzureichend hält – ein paar Aspekte möchte ich nennen: Wertegemeinschaft: 1. … und was ist mit den Abtreibungen? 2. Lob der 68ger – ist nicht nachvollziehbar, weil es NS Aufarbeitung auch schon vorher gab und Kollektivschuld der älteren Generation im Blick ist, die 68ger selbst ideologisch verstrickt waren und die Wertegemeinschaft untergruben; 3. Linksextremismus in seiner Gefährlichkeit ausgeklammert wird. Gerade an Punkt zwei sehen wir – vermute ich – die Sozialisierung Gaucks durch die DDR. Aber ich denke, wie neulich in meiner Beurteilung eines Aspekts der Gauck-Rede gesagt, er wird die einzelnen Aspekte vertiefen, erklären. Warum er sich genötigt sah, gerade die 68ger hervorzuheben, wüsste ich gerne, ist sicher ebenfalls biographisch erklärbar. Ebenso ist dieser Aspekt: „Nation“ sicher biographisch interessant – und ich gestehe, dass ich ihn dahingehend interpretiert hatte, dass er die Gruppen ablehnt, die die eigene Nation aufwerten, indem sie andere abwerten. Ob er das wirklich so meint, oder ob der Bundespräsident die Nation insgesamt als Auslaufmodell ansieht, wird er vermutlich auch noch klären, erklären müssen. Was kommt an die Stelle der Nation? Kann eine Wertegemeinschaft wirklich die indentitätsstiftende Funktion von Nation aufheben? Ich denke, das funktioniert dann, wenn man eine Religion, die Ursache für die Werte ist, oder „die Aufklärung“ als Impulsgeberin für Werte im Zentrum sieht. Aber allein die Werte – hm… Und die Werte in der von ihm genannten Trias: Freiheit, Friede, Solidarität? Beinhaltet die Solidarität auch die Solidarität mit den Ungeborenen, auf die Individuen und Gesellschaft meinen, verzichten zu können und sie abtreiben?

Impressum auf www.wolfgangfenske.de