Ulrich Rebstock

Ulrich Rebstock – seines Zeichens Islamwissenschaftler. Der Mann hat ja so Recht! Recht hat er! http://www.ka-news.de/region/karlsruhe/islam-in-karlsruhe./Irrtuemer-ueber-den-Islam-Denken-Sie-auch-so-;art6066,732045 – vorausgesetzt immer: Der Artikel gibt ihn richtig wieder:

– Es gibt keinen Islam – nur Islamismen. Also: Jeder, der von dem Islam spricht, tut dem Islam Unrecht. Genau. Nur sehen das Muslime auch so? Nein, nicht jeder. Sieht das überhaupt einer so, der den Islam ernst nimmt? Wir wollen ja nicht wieder verallgemeinern – aber der Islam hat einen einheitlichen Kern, der von allen Muslimen, die ihren Glauben ernst nehmen, vertreten wird. Und so sehen es auch die Muslime. Darum wurde ja lange abgestritten, dass sie so etwas wie Konfessionen hätten: Der Islam ist eine Einheit – die Allah fernen Christen sind gespalten, daran sähe man schon, dass es mit ihnen nicht weit her sei. Weiß das der Herr Islamwissenschaftler nicht? Sicher weiß er das. Aber er will halt den Schwerpunkt auf etwas anderes legen. Auf Frieden, Frieden, Frieden! Was sagte der Prophet Jeremia zu falschen Propheten?: Ihr sagt „Friede, Friede, Friede – doch ist kein Friede!“

– Dschihad bedeute nicht Heiliger Krieg. Er hat Recht, der Herr Rebstock. Nur: Das muss er mal denen sagen, die den Heiligen Krieg als Heiligen Krieg ansehen. Nicht uns. Außerdem: Der Heilige Krieg sei christlich-abendländisch. Ah, ja. Darum gibt es so viel heilige Krieger noch bei uns. Was sollen immer diese Anspielungen? Sollen die Leser und Hörer solcher Worte sagen: Seht da, die bösen Christen und Abendländer? Aber seit anno dazumal hat sich vieles getan. Herr Rebstock weiß das sicherlich. Doch warum spricht er so? Es geht ihn um Friede, Friede, Friede. Doch wie sagt der Prophet Jeremia zu den falschen Propheten: Ihr sagt: Friede, Friede, Friede – doch ist kein Friede.

– Islam ist Terror und Gewalt, so missverstehen Menschen den Islam. Töten ist für einen Muslim Todsünde – so Rüstü Aslandur. Sagte Mohammed das auch? Nein. So versteht man den Koran auch allgemein als Muslim nicht, sondern: Ein Muslim darf töten, wenn er angegriffen wird. Und das Folgende ist nun eine Frage der Interpretation: Greift eine Zeitschrift, die Mohammed abdruckt, den Islam an? Greift ein Muslim, der Christ oder Atheist werden will, den Islam an? Warum sagt uns Rüstü Aslandur denn so etwas – was bezweckt er damit? Außerdem gebe es, so Rebstock, nur kleine radikale Gruppen im Islam. Aber auch das ist eine Frage der Interpretation. Ist der einflussreiche Imam nicht radikal, der die Auslöschung Israels verlangt? Ist der Imam nicht radikal, der sagt, Muslime können ruhig ungläubige Frauen im Ausland heiraten – das gilt eh nicht als Eheschluss im muslimischen Sinn? Ist der Muslim nicht radikal, der Frauen nicht die Hand gibt? Nein, das sind alles keine Radikalen – denn sonst gäbe es zu viele. Die muss unser Herr Rebstock irgendwie anders kennzeichnen. Würde mich interessieren: Wie.

– Islam sei kein in Stein gemeißeltes Dogma. Rebstock vergleicht das mit dem Papst. Die fünf Säulen des Islam – kein Dogma? Nur ein kleiner Teil praktiziert diese? Da tut er den Muslimen aber sehr, sehr Unrecht. Als Muslim würde ich mich über einen solchen Islamwissenschaftler doch sehr wundern.

– Haben muslimische Frauen keine Rechte? Was sagt Rebstock? Ungleichheit sei wertfrei zu behandeln. Das freut uns. Ich denke auch: Kinderarbeit – das muss wertfrei behandelt werden. Oder Sklavenhaltung: Das muss auch erst einmal wertfrei behandelt werden. Dass es Unterdrückung der Frau überall gebe, nicht nur im Islam – das erzählt uns Najoua Benzarti. Nichts Neues, gewiss. Aber dass im Koran und in den Hadithen die Frau dem Mann gleichgestellt sei (man denke nur an das Schlagen mit der Zahnbürste), ist schon eine eigenartige Aussage. In unserer Gesellschaft wird der einzelne gewalttätigen Mann geächtet – er handelt nicht, weil irgendeine heilige Schrift es so fordert. Die Aussage im Koran muss man sicherlich – wie ich einmal gelesen habe – so interpretieren: Die Frau darf dem Mann keinen Grund geben, sie zu schlagen. Dann ist nämlich alles klar. Dann ist ja die Religion des Friedens wirklich friedlich, solange man ihr keinen Grund gibt, böse zu werden. Nett ist, dass sie sich gegen Männer wehrt, die ihre Frauen schlagen würden, weil es im Koran stehen würde. Das seien dieselben, die saufen und fremdgehen – sie sollen erst einmal den Islam kennen lernen. Meine leise Frage: Steht es nun drin – oder steht es nicht drin? Diese Unterstellung muss übrigens doch jeden aufrechten Muslim empören.

Was sollen eigentlich solche Berichte? Unsere Vorurteile abbauen. Wie neulich im Blog formuliert: Sind Vorurteile, die ständig bestätigt werden, Vorurteile?

Übrigens: In Pakistan scheint es kaum Muslime zu geben: http://www.kath.net/detail.php?id=33774 – alles nur muslimische Antimuslime. Entführungen über Entführungen, um Christen zwangszubekehren. In Nordnigeria gibt es auch kaum Muslime: http://www.persecution.org/2011/11/04/gunmen-kill-churchgoers-in-nigeria/ und über 60 Tote: http://www.welt.de/politik/ausland/article13700412/Islamistische-Sekte-zuendet-Bomben-in-Kirchen.html In Somalia gibt es auch nur wenige: http://www.compassdirect.org/english/country/somalia/article_122724.html Vielleicht denken die Indonesier so langsam, dass auch in Saudi Arabien kaum Muslime mehr leben: http://article.wn.com/view/2011/06/21/Saudi_Arabia_in_Indonesian_maid_beheading_row/  – nein, das ist was anderes: In Saudi Arabien gibt es ganz viele Muslime – der Link weist nur auf die dortige Rechtssprechung.

Um keine Missverständnisse hervorzurufen, sei auf die grundlegende Darstellung meiner Stellung zum Islam hingewiesen: .  http://blog.wolfgangfenske.de/2011/10/07/meine-einstellung-zum-islam/ 

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