Wissenschaft + Blog

Mir wurde gesagt, der Blog würde meinem Ruf als Wissenschaftler abträglich sein. Findet Ihr etwas, das nicht begründet wird? Freilich, mein Glaube. Aber es sollte sich ja schon herumgesprochen haben, dass Glaube so eine ganz eigene Größe ist, etwas Bedeutsames, das sich nicht einfach so in ein wissenschaftliches Schublädchen stecken lässt – es sei denn, man heißt Freud oder ist sein Fan, oder es sei denn, man bemüht die Zahnfee und meint, den Glauben damit erfasst zu haben. Was ich zu Religionen sage: ist begründet, was ich zu Wissenschaft sage: ist begründet, was ich zur Geschichte sage: ist begründet, was ich zur Kunst sage – Kunst ist sowieso Geschmacksache. Was ich zur Musik sage – Musik ist auch Geschmacksache. Aber habt Ihr schon einmal gehört, dass der Musik- und Kunstgeschmack dem Ruf eines Wissenschaftlers schaden würde?  Natürlich kann man hier und da auch andere Argumente anführen als ich es tue – aber gerade das Hinundher-Argumentieren macht ja Wissenschaft aus. Übrigens: Was der Europäische Gerichtshof zur Menschenwürde des Embryos gesagt hat – da haben mir vorher auch Menschen vorgeworfen, dass ich im Blog so veraltete Ansichten wiedergebe. Veraltet? Ethik ist natürlich auch eine Frage, die nicht rein wissenschaftlich zu klären ist – im Sinne von: Man kann richtiges Verhalten nicht errechnen, auch von Computern nicht errechnen lassen. Das nennt man: Verantwortung tragen. In ethischen Fragen gibt es auch unterschiedliche Ansichten – und auch da kann man dem anderen nicht vorwerfen, unwissenschaftlich zu argumentieren. Es sei denn, man meint, Zeitgeist sei Wissenschaft. Ach so: Dass man als Wissenschaftler nicht politisch Stellung nehmen darf, das könnte ja auch hinter dem oben genannten Vorwurf stecken, wäre mir auch neu – sozusagen der Wissenschaftler als ein politisches Blankopapier… – oder soll er nur eine bestimmte politische Meinung haben? Das wäre für ihn unrühmlich. Wenn das gemeint wäre, kann man die Ideologisierung von Wissenschaften in Zeiten verstehen, die nicht gerade zu ihren Glanzzeiten gehören.

Woran könnte sich der Vorwurf noch festmachen? Grübel, grübel, grübel – Leute, sagt es mir!

Apropos Wissenschaft: Kritik an der DFG: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/forschung-und-lehre/kritik-an-der-dfg-die-freie-wissenschaft-ist-bedroht-11497511.html Am 8.7.2011 hatte ich schon einmal das Thema. Ob sich da was tut? Das große Schiff – schwer zu manövrieren.

Impressum auf www.wolfgangfenske.de

Eine Antwort auf „Wissenschaft + Blog“

  1. Wenn unser Land doch mehr Wissenschaftler hätte, die es wagen, ihre vielseitig wissenschaftlichen Erkenntnisse öffentlich und auch dem nicht akademisch ausgebildeten Bürger zugänglich zu machen -wie der Wissenschaftler W.F.
    Den Kritikern dieses Wissenschaftlers fehlt es offensicht-lich an dem, was sie W.F. in seinen bestechend scharf und sachlich fundierten analytischen Blogbeiträgen als „unwissenschaftlich“ vorhalten: die Fähigkeit, ohne ideologische Scheuklappen Wissenschaft zu betreiben und den Mitbürgern zu vermitteln.
    Auch hier gilt das Wort der alten Lateiner: „Si tacuisses philosophus mansisses.“ (Hättest du geschwiegen, so wärest du ein Weiser gewesen.
    Das W.F für seinen Dienst der umfassenden Information und „Aufklärung“ dankbare
    Echolot

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