Sonntag 3

Menschen klumpen sich gerne zu Gruppen zusammen. Und sie lassen ungern andere Meinungen, Verhaltensweisen in diesen Gruppen zu. Wer es wagt, der bekommt immer Ärger. Nun besteht eine Gesellschaft aus vielen miteinander konkurrierenden Gruppen. Sie alle ärgern einander, weil die andere Gruppe immer auch bedeutet: Achtung! Andere Meinung! Achtung! Anderes Weltbild! Achtung, Achtung, diese Gruppe könnte Gruppenmitglieder von uns abziehen und schwächer machen! Und als je gefährlicher eine Gruppe eine andere Gruppe ansieht, desto stärker wird die andere Gruppe bekämpft. Da scheut man auch vor Falschaussagen, Niederträchtigkeiten, bewusste Verdrehung von Worten und Taten nicht zurück. Und das betrifft alle Gruppen: Wissenschaft genauso wie Politik, das genauso wie Kleingruppen in Schulen und an Arbeitsplätzen, betrifft Künstler, Sportler und auch die gesellschaftlichen Vorgänge durchschauenden Soziologen, betrifft Religionen wie Konfessionen und die Kleingruppen innerhalb von Gemeinden. Wir benötigen die Gruppe zur Selbstbestätigung, als Argumentationshilfe, als Wärme- und Geborgenheitsquelle…

Liebe Christen, in welcher Gruppe Ihr Euch auch befindet: Ihr gehört alle einem Herrn. Und das bedeutet: Von hier aus wird unser Verhalten bestimmt – gegenüber Menschen anderer Gruppen aber auch gegenüber Menschen der eigenen Gruppe. Manche Dinge darf man einfach nicht mitmachen, wenn Jesus Christus wirklich bestimmend ist. Freilich: Je konsequenter wir das leben, desto unheimlicher werden wir den jeweiligen Gruppen, weil wir dazugehören – aber doch nicht so ganz.  Das Bestimmende – und das kennzeichnet uns eben als Menschen, die den Geist Jesu Christi haben – ist aber nicht das Weltbild, die Ideologie der Gruppe, sondern die Vergebung, die Liebe, die alles Gruppendenken sprengt.

Gott segne Euch darin, in Euren jeweiligen Gruppen mutig die Liebe Gottes zu leben.

Impressum auf www.wolfgangfenske.de