Kapitalismus

Ein sozial nicht eingebundener Kapitalismus ist der Horror. Ich bin der letzte, der dem reinen Kapitalismus und den sich von selbst marktregelnden Kräften die Steigbügel halten will. Der reine Kapitalismus ist zu bewundern in China, ist zu bewundern in vielen Schwellenländern: Die Kommunen sind glücklich, wenn sich bei ihnen große Firmen ansiedeln – Arbeitsplätze werden geschaffen. Darum bekommen Firmen Steuervergünstigungen usw. für ein paar Jahre – und sind dann die paar Jahre um, werden die Komunen vor die Entscheidung gestellt: Wir bleiben nur, wenn wir keine Steuern zahlen müssen oder die Leute werden von jetzt auf gleich auf die Straße gesetzt – ansonsten: die Firma wandert weiter in Kommunen, die ihnen Steuererleichterungen versprechen. Was ich auch nicht besonders anstrebsam finde, ist, was in München ein junger Prof. voller Begeisterung zum besten gab – was ich hier salopp wiedergebe: Die bisherige religiöse Ethik mache keinen Sinn, schaffe keine globale Verbundenheit – was allein für die Welt relevant sei, seien die Regeln der Wirtschaft. Sie bringe Ethik in alle Winkel der Erde. – Wenn Kapitalismus beginnt, Religion ersetzen zu wollen, dann wird es gefährlich – da seien die Gewerkschaften vor! Die aber in vielen dieser Länder kaum Einfluss haben, weil der hehre Kapitalismus hier alles platt walzt. Ich bin doch zu sehr von der christlichen Wirtschaftsethik geprägt, die sozial eingebundene Wirtschaft betont. Nicht das Kapital hat Vorrang vor der Arbeitskraft (-> gerechter Lohn), Sozialbindung des Eigentums usw. Ich möchte wieder an Oswald von Nell-Breuning erinnern. Freilich, das Kapital macht heute zum Teil ganz andere Sprünge, unverantwortliche Kapitalisten sitzen nicht mehr nur in den Firmenspitzen, sondern sind auch mit Börsenspekulanten verbunden (ich sage nur: Georges Soros). Und das Problem der Politik besteht, diese sozial einzubinden – denn es geht nicht an, dass die Erdbevölkerung Spielbälle in der Hand solcher Spekulanten sind. Die Botschaft von der Liebe Gottes zu den Menschen hat durch Jesus eine neue Sprengkraft gewonnen, da sie – um der Menschen willen – gesellschaftspolitisch umgesetzt werden will. Somit möchte ich auch daran erinnern: christliche Lehre hat Sprengkraft, die sogar Unis zum Handlanger von Atheisten macht: http://www.theoblog.de/vorlesung-uber-christliche-wirtschaftsethik-abgesetzt/344/ Und dass das alles nicht meine spinnerten Gedanken eines Blogschreibers sind, kann der geneigte Blogleser an diesem Link sehen: http://www.br-online.de/bayern2/iq-wissenschaft-und-forschung/christentum-wirtschaftsethik-glaube-ID1300885442187.xml

Mit Nell-Breuning sind wir auch schon beim Subsidiaritätsprinzip, das heißt, dass die Eigenverantwortung betont wird: Die Familie – dann die Kommune – dann der Kreis… und am Ende der Staat – all das will dem Götzen des 20. Jahrhunderts, dem Kollektiv des Nationalsozialismus/Kommunismus, entgegenwirken. Die Gesellschaft soll nicht von oben nach unten (Staat/Kollektiv…) aufgebaut werden, sondern von unten nach oben. Das prägte auch unser förderales System. Und ob die EU dieses Prinzip einhält? Ob die Regierung unseres Landes dieses Prinzip einhält (Ganztagskindergarten/-schule)? Aber damit wären wir wieder bei einem neuen Thema.

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