Recht

Anmerkungen zur Entwicklung des Rechts – die größte Errungenschaft der Menschheit. Manche gehen noch immer hinter diese Anfänge zurück:

Menschen haben schon sehr lange über gutes und negatives Verhalten nachgedacht. Sehr alt ist der so genannte Codex Hamurapi (ca. 1700 v.Chr.). In diesem Codex heißt es, dass die Götter den König Hamurapi damit beauftragt haben, die Menschen zu lenken – und es folgen 281 Gesetze. Die Gesetze gegen Mord, Diebstahl, falsche Anschuldigungen, für fleißiges und rechtes Arbeiten in der Landwirtschaft, als Kaufmann, Soldat. es geht um Ehe, Erbrecht usw. – vieles wird angesprochen, was unter Menschen Ärger hervorrufen kann – und das soll alles in rechtlichen Rahmen gebracht, verhandelt werden. Es waren also die Götter, die den König mit der Gesetzgebung beauftragt hatten.

In Ägypten ist eine andere Dimension wichtig, die der Ma´at. Die göttliche Ordnung, das Recht, die Tradition. Der Mensch bekommt sie nicht wie ein Gesetz, sondern er muss dieser Ordnung in dem, was er sieht, was er erlebt, nachspüren, sie in Worte fassen. Und so sind es weise Worte, mit denen Menschen Lebenshilfen bekommen, damit sie möglichst wenig Übles erleben, denn wer die Ma´at verletzt, wird es negativ zu spüren bekommen. (Freilich schließt das Gesetzgebung nicht aus.)

Im Alten Testament finden wir beide Traditionen wieder: Es gibt Gesetze, an die sich das Volk Israel zu halten hat – mit dem Namen Moses (1300 Jh.v.Chr?) verbunden -, und es gibt Weisheitsworte, an die sich der kluge Mensch hält – mit dem Namen Salomo (1000v.Chr.) verbunden. Beide, Gesetz und Weisheitsregeln, werden von Gott hergeleitet.

In Griechenland begann Drakon im 7. Jahrhundert vor Christus das Gewohnheitsrecht in Recht umzusetzen. Was dann über Solon und vielen anderen nicht nur dem jeweiligen Zeitgeist angepasst wurde, sondern auch den Menschen gerechter wurde. Ist das Gesetz nur etwas für die Schwachen, die die Starken und Mächtigen auf diese Weise binden wollen? Gilt das Gesetz für alle? Ohne Recht herrscht Willkür – von daher spricht Solon (640-560v. Chr.) vom „heiligen  Recht“, das die Elite beschneidet und das Volk erhebt. Das Recht ist für das Zusammenleben der Menschen unabdingbar. Die Philosophen Sokrates/Platon vertiefen die Fragestellung und versuchen eine Letztbegründung des guten Gesetzes/Rechts: Es gibt ein gutes Recht (Nomos) – und das muss erkannt werden. Wenn es nicht erkannt wird, dann geht es ungerecht zu. Diese Traditionen beeinflussten in ihrer Weiterentwicklung auch das Römische Recht. Aber auch das Römische Recht hatte seine Wurzeln im Gewohnheitsrecht – das eng mit religiösen Bräuchen verbunden war. Im 5. Jahrhundert wurde das „Zwölftafelgesetz“ bekanntgegeben, das Vollbürger schützte. Das Recht wurde weiterentwickelt und ca. 1000 Jahre später ließ der christliche Kaiser Justinian I. die alten Rechtstexte sammeln und 533/534n.Chr. veröffentlichen. Das so genannte Corpus Iuris Civilis hat dann seit dem Hochmittelalter auch unser  Recht beeinflusst.

In dieser vorangegangenen Darstellung ging es: – um Gewohnheitsrecht, – das zu staatlichem Recht verarbeitet wurde; – um die ursprüngliche Herleitung des Rechts von den Göttern/Gott – Letztbegründung; – um Verhaltensregeln die Klugheitsregeln entsprechen, – um Weiterentwicklung des Rechts.

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