Morgenlied von Ambrosius

Sich Gott anvertrauen = ein Haltung der Liebe zu Gott.

Ein Morgenlied von Bischof Ambrosius von Mailand (+ 397): http://www.hymnarium.de/hymni-breviarii/hymnen/psalterium/18-iam-lucis-orto-sidere:

Da sich nun das Tagesgestirn erhoben hat,
so wollen wir Gott flehentlich bitten,
daß er uns bei den Geschäften des Tages
vor schädlichen Dingen bewahre.

Die Zunge möge er zügelnd im Zaum halten,
damit kein schreckenerregender Streit erschalle;
das Gesicht möge er gnädig beschützen,
damit es nichts Eitles in sich aufnehme.

Rein möge das Innere des Herzens sein,
fern bleibe auch der Unverstand;
den Übermut des Fleisches möge zügeln
die Mäßigkeit in Speis und Trank…

Die weiteren Strophen s. unter dem genannten Link.

Wer war Ambrosius? Er lebte von ca. 339-397 und war Politiker, Statthalter, wurde 374 aufgrund seiner Beliebtheit als Ungetaufter zum Bischof gewählt. Dann verkaufte er seinen Besitz, gab ihn den Armen und studierte Theologie. Mit ihm begann etwas, das Jahrhunderte lang die Machtfrage auslöste: Steht die Kirche unter dem Kaiser oder der Kaiser unter der Kirche? Ambrosius: Der Kaiser ist Glied der Kirche, untersteht ihr somit. Unter seiner Ägide wurde die Kirche zur Staatsreligion, indem die Finanzierung heidnischer Kulte durch den Staat eingestellt wurde. Damit noch nicht genug: Er hat möglicherwerise den Gesang in die Kirche eingeführt – eine Information, der ich gegenüber skeptisch bin. Es gab ihn vorher – vielleicht hat er ihn in bestimmter Weise besonders geprägt. Und: Er hat dazu beigetragen, dass der Rhetorik-Lehrer Augustinus, später einer der einflussreichsten Menschen in der Kirche, Christ geworden ist.

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