Ethik und Reli

Ich finde diese Interpretation interessant: http://www.kath.net/detail.php?id=31943

>“Ich befürworte das sehr – denn Ethik-Unterricht ist für mich das jammervollste, was man sich vorstellen kann: Es gibt ja keine Basis. Im Religionsunterricht lernt er wenigstens etwas, an dem er sich abarbeiten kann.“ Einstimmig auch das Urteil von Matussek und Taschner über den „neuen Atheismus“. Dieser bediene sich „uralter Argumente“, so Taschner, und sei „wenig spannend“. Wenn man gegen die Lehre der Kirche argumentieren wollte, so empfehle er eine theologische Argumentation, „da sind die Waffen der Kirche gegen sich selbst viel schärfer als der Rückgriff auf die Naturwissenschaften“. Matussek ergänzte dazu, es sei „frappierend, mit welcher Bravour die ‚Neuen Atheisten‘ das Fest ihrer eigenen Unfreiheit feierten“ und sich selbst auf „chemo-physikalische Prozesse reduzieren“. Der eigentliche Fels des Atheismus bleibe – so Taschner und Matussek – das Theodizee-Problem, also die Rechtfertigung Gottes angesichts der Realität des Leidens in der Welt.<

Für Schüler mag Ethik-Unterricht interessant erscheinen, weil ihnen das, was sich Menschen alles so ausdenken, unbekannt ist. Man geht auf unbekanntem Terrain weiter – und manche finden das spannend – andere sehen das freilich nur als dummes Geschwätz, weil es eben mit Schule zu tun hat. Aber diejenigen, die Ethik interessant finden, die kommen noch nicht soweit, das Fach als jammervoll anzusehen. Ethik ist ja im Grunde nur eine Verlegenheitslösung gewesen: Wie bringt man Schüler unter, die keinen Religionsunterricht besuchen wollen? Wenn Ethik ein positives Ziel hat, dann gerät das Fach leicht unter Ideologieverdacht.

Religionsunterricht: Auch hier ein entsprechendes Bild: Manche Schüler sehen das als Geschwätz an, manche finden es interessant, weil sie sich auf neuem Terrain bewegen. Und interessant finde ich an dieser Diskussions-Darstellung (s. Link), dass nicht die Letztbegründung der Religion als positiv hervorgehoben wird, sondern, dass man sich daran abarbeiten kann – und sich an dem Anspruch der Religion abarbeiten, das führt das Individuum weiter.

Was die Ethik betrifft: Man sieht als Konsequenz der Philosophiegeschichte: Jeder Mensch denkt halt  unterschiedlich, seiner Zeit entsprechend – und ich denke halt so wie ich es tue. Was solls. Das heißt: Man hat keinen Maßstab, keinen Standpunkt, von dem man aus das Eine oder Andere annehmen, ablehnen kann – außer eben: Ich sehe das anders. In der Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten philosophischen Positionen soll sich der Schüler eine eigene reflektierte Position erarbeiten. Und das ist doch schon mal etwas – das man nicht unbedingt als „jammervoll“ bezeichnen kann.

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