Philosophie der Angst: Peter Singer

Die linke Zeitung: junge Welt hat einen bemerkenswerten Beitrag zu der Verleihung des Ethikpreises der Giordano-Bruno-Stiftung. Die Giordano-Bruno-Stiftung war schon häufiger Thema dieses Blogs, sie versucht alle möglichen atheistisch angehauchten Geister zu sammeln, ihr Obergeist ist Michael Schmidt-Salomon, den ich auch schon im Blog besprochen habe. Nun: Diese Stiftung wird den Ethikpreis(!) an Peter Singer verleihen. Peter Singer vertritt unter dem Deckmäntelchen des Mitleids eine utilitaristische Ethik: Das heißt, dass Menschen, die nicht allein im Leben klar kommen, die geistig behindert sind, zwar dem homo sapiens zuzuordnen sind, aber keine Person sind – damit auch getötet werden können. Das würde allen besser tun: Eltern wie Gesellschaft – und natürlich auch dem Kind. Die Laudatio wird laut Junge Welt jemand halten, der meint, Vergewaltigung sein eine Fortpflanzungsstrategie erfolgloser Männer: Volker Sommer. Da will Schmidt-Salomon immer so ethisch tun – aber diese ganze gespenstische Szenerie zeigt, in welchen ethischen Bereichen sich dieser Verein bewegt. Mir ist es immer recht, wenn die Gruppen ihr wahres Gesicht zeigen, das sie immer so schön mit hohltönenden Phrasen schminken. Nachdem Kritik aufkam, versucht Schmidt-Salomon aus Peter Singer einen Peter Singer light zu machen. Ob Peter Singer das gerne hört? Nun, Peter Singer hat einen Fanbereich bei den extremen Tierschützern, denn Gorillas usw. sind für ihn eher Person als die Behinderten. Damit hat er einen ethisch blinden Fankreis um sich geschart. http://www.jungewelt.de/2011/06-01/001.php

Was halten wir dagegen? Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und da kann kein Peter Singer herkommen, keine Ethikkommission, kein moralisch behindertes Individuum (zum Beispiel das, das seine dementen Eltern mit dem „Gnadentod“ ins Jenseits schicken möchte), da kann keiner herkommen, der nun anfängt, Menschen auszusortieren. Wer schenkt jedem – aber auch jedem Menschen diese Würde? Gott. Wenn Gott keine Rolle spielt, dann fängt man an, herumzudoktern. Ja, der hat Würde, der hat keine Würde, den darf man am leben lassen, den darf man nicht am leben lassen… Da geben sich Atheisten so eine große Mühe, um aller Welt zu zeigen: Wir sind auch ethisch orientiert – und dann schlagen sie diesen Atheisten, die sich redlich Mühe geben, Ethik atheistisch zu begründen, mit dem nassen Peter Singer-Tuch um die Ohren.

Damit sind schwere Fragen angesprochen. Aber eine Gesellschaft, die versucht, die Kultur des Lebens zu verwirklichen, hat die Pflicht, andere Wege zu suchen und zu gehen. Und sie hat die Pflicht, den Menschen zu helfen, die diese Wege gehen müssen (Eltern behinderter Kinder, Familien mit dementen Familienmitgliedern usw.).

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