Bäder

Gestern habe ich über die Reinlichkeit der alten Germanen geschrieben: Sie badeten gerne in Seen und Flüssen. http://blog.wolfgangfenske.de/2011/03/04/friedrich-islam-bader/ Dann kamen die unreinen Christen und lehnten, zumindest nach landläufiger Meinung, das Baden ab. Aber ganz war dem nicht so. Für Eremiten gehörte das Baden zum Luxus – und sie lehnten Luxus ab. Nicht zu baden gehörte zur Askese. In den Klöstern jedoch gab es unterschiedliche Sitten – vor allem auch darum, weil hier Menschen ziemlich dicht zusammenlebten. Hände und Füße regelmäßig waschen war vielfach Pflicht, ebenso die Rasur, das heißt Kopf und Gesicht wurden regelmäßig gewaschen. Das Bad des ganzen Körpers war schwieriger zu vollziehen, weil es ja kein fließendes Wasser gab und ebenfalls alles mühselig vorzubereiten galt – aber man hatte vielfach seine ganz bestimmten Badetage. Und das vor den großen Festen: Weihnachten, Ostern usw. Dann setzte man sich in ein Holzzuber und nutzte das Nass zur Reinigung. Die Kleider mussten regelmäßig gewaschen werden – auch darum, um dem Ungeziefer den Garaus zu machen. Ich kann das hier im Einzelnen nicht darlegen – ein Kapitel darüber finden wir in: Sabine Buttinger: Hinter Klostermauern. Alltag im mittelalterlichen Kloster. Nun mag der Eine oder andere sagen: Bäh, so selten gebadet! Es waren halt andere Zeiten – und man hatte andere Lebensschwerpunkte. (Wie oft würdet Ihr duschen/baden, wenn im Winter kaum geheizt werden würde?) Vor wenigen Jahrzehnten gingen Menschen noch in unserem Land einmal in der Woche – wenn überhaupt – in öffentlichen Gebäuden baden, weil sie daheim keine Badewanne und keine Dusche hatten.  Andere Zeiten – andere Sitten: Kann sich einer vorstellen, wie es ist, sich nach dem Stuhlgang mit Reisig den Hintern zu säubern? Liebe Leute, man hatte nicht so sanftes, flauschiges Papier. Eher noch, wenn im Sommer vorhanden, weiches Heu. Kranke wurden übrigens regelmäßig gewaschen. Angeblich sollen die Kelten Kräuterbäder gemeinschaftlich genossen haben – aber das muss ich noch irgendwie überprüfen. Oder weiß jemand von Euch Bescheid? 

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Eine Antwort auf „Bäder“

  1. Auch ein Beitrag zur Thematik:
    Es soll anno 2011 dem Ökologismus zugetane Experten geben, die monieren, dass es tatsächlich Bürger gebe, die täglich(!)und dann länger als 3 Minuten(!) unter der Dusche verbringen würden.
    Ob demnächst das Duschen per Dekret „ökologisch vertretbar“ zum „Wohl der Bürgerinnen und Bürger“ geregelt kontrolliert wird?
    „Auf die Bäume ihr Affen! Zurück in die Natur!“ kommt in den Sinn des Dusch-Fans
    Echolot

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