Zölibat

Zölibat – die letzte Nische alternativer Sexualität – so lautet die Überschrift. Dann „Geschätzte 50 Prozent der katholischen Priester haben Sex mit Frauen, 40 Prozent sind schwul.“ – Wenn man so etwas liest, hat man keine Lust mehr – nicht auf Sex, sondern auf den Artikel. Also hieße das, dass nur 10% der Heteros wirklich zölibatär leben würden. Da ich mich aber mit den ersten Zeilen selten zufrieden gebe, habe ich weiter gelesen: Woher kommen die geschätzten Zahlen? Nun ja, so neutral dürfte die Quelle nicht sein: Selbsthilfegruppen von Priesterkindern. Und „Für homosexuelle Männer aus katholischen Kreisen sei der Zölibat oft `der einzig ehrbare Weg´, ein Leben ohne Frau und Kinder zu führen.“ Von welcher Zeit spricht der Mensch – von der Gegenwart? Interessant ist, dass in unserer Zeit, in der die Ehe sehr häufig kleingeredet wird, den Priestern die Ehe empfohlen wird. Wie kommt es zu solcher Diskrepanz? Man möchte – ich gehe mal davon aus – ihnen nur Gutes!  

144 Theologen treten dafür ein, dass auch „verheiratete Priester und Frauen im kirchlichen Amt“ benötigt werden (3 und siehe verschärft: Punkt 4): http://www.sueddeutsche.de/politik/memorandum-der-theologen-kirche-ein-notwendiger-aufbruch-1.1055197 – wobei es in dieser Schrift nicht allein um das Zölibat geht, sondern darum, die Kirche auf der Basis der „Freiheitsbotschaft des Evangeliums“ insgesamt zu erneuern.

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