Faschismus

1. Was ist Faschismus. Faschismus ist eine Bewegung von Menschen, die keine anderen Meinungen neben sich duldet. Faschisten versuchen ihre Weltanschauung auch mit Gewalt und viel Propaganda durchzusetzen. Freiheit, Demokratie sind ihnen ein Greuel – es sei denn, die eigene Freiheit, zu tun und zu lassen, was man will, um seiner Bewegung Macht zu verschaffen. Demokratie dient nur dazu, selbst an die Macht zu kommen – aber auf dem Weg dahin werden andere Parteien, Gruppen fertig gemacht. Faschisten versuchen, andere Gruppen zu durchdringen oder, wenn es nicht gelingt, zu bekämpfen (Gewerkschaften, Frauenbewegungen, Umweltgruppen, Kirchen…). Das Weltbild ist dualistisch: dort die Bösen – wir die Guten. Um seine Weltsicht durchzusetzen, durchdringt man Kunst, Medien, Wissenschaft…

2. Worin liegt der Unterschied zum Kommunismus? Beide können ihre Führer haben (Hitler – Lenin, Stalin, Mao, Castro usw.), beide berufen sich auf eine Gruppe, sehen sie als höherwertig, überlegen, unterdrückt an (Volk, Rasse – Arbeiterklasse), beide üben Gewalt gegen ihre politischen Gegner aus (die einen gegen Juden und Kommunisten – die anderen gegen Kapitalisten und Nationalsozialisten). Die jeweils eigene Gruppe muss religiös überhöht, mystifiziert werden.  Jeder sieht die Gemeinsamkeiten – freilich versucht man dann Faschisten-Nationalsozialisten von Kommunisten abzugrenzen, indem man sagt, sie seien nur dem Namen nach „Sozialisten“ gewesen. Doch was wollten all diese Sozialisten? Auch den nationalsozialisten ging es um die Erhebung der unterdrückten Arbeiter (- aber als Teil des Volkes) usw. Also für Zeitgenossen konnten sie als Zwillingsbrüder auftreten – vor allem auch, weil sie jeweils ihre kämpfenden Horden hatten. Der Unterschied: Kommunismus agiert international, Nationalsozialismus völkisch-rassisch.

3. Nun werden in der Gegenwart manche Aktivisten als rotlackierte Faschisten bezeichnet. Warum? Auf sie trifft der zweite Absatz weniger zu (im Augenblick erkenne ich keinen Führer – vor ein paar Jahren hatten sie noch welche) – aber der erste Absatz trifft. Werden sie zu recht als solche bezeichnet? Gruppen, die massivst polemisch, aggressiv andere in die Faschismus-Ecke stellen, um sie gesellschaftspolitisch fertig zu machen, müssen sich doch nicht wundern, wenn sie selbst als Faschisten bezeichnet werden. Wenn sie die anderen als Rassisten bezeichnen, weil deren Weltsicht ihnen nicht passt, sollten sie nicht so dünnhäutig reagieren, wenn andere ihnen Paroli bieten. Ihr weltanschauliches, unterdrückerisches, manipulatives Auftreten entspricht dem Faschismus. Nicht dem Rassismus – aber das ist auch alles.

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