Echt ätzend

Die schlimmen Nachrichten aus aller Welt ätzen sich in die Seele ein – und können sie krank machen. Man merkt das und möchte sie am liebsten meiden. Nur: Das hilft leider nicht. Was hilft ist, dass man nicht nur solche Informationen inhaliert, sondern dass man sich auch um die schönen Dinge im Leben kümmert: Kultur, Kunst, Glaube, Größe des Menschen, liebendes Tun, Fröhlichkeit. Freilich: Was kümmert uns das Leiden von Menschen in Ägypten, Nigeria, Indien, China…? Viel. Das Leiden dort bekämpfen – verhindert, dass es immer mehr zu uns überschwappt. Das ist egoistisch gedacht. Bei manchen Menschen zieht das Argument mehr als das der Liebe – oder als das Argument, das Paulus nennt: Wenn einer der Gemeinde leidet, dann leiden alle zwangsläufig mit (mit anderen Worten: Wenn ein Zahn schmerzt, fühlt sich der ganze Körper hundeelend). — Aber: Was können wir schon gegen das Leiden tun? a) informieren; b) andere informieren; c) entscheiden, an welcher Stelle man sich einsetzen möchte – und das ist gut, scheint der Einsatz noch so wenig Erfolg zu haben. Vorbilder dafür gibt es genug: Das Rote Kreuz, Brot für die Welt, amnesty international, Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, Unicef, Open Doors, Hilfe für Brüder usw. usw. Einzelne haben einmal begonnen, andere mitzuziehen – so sind die Organisationen entstanden. Und überall sind Menschen am Werk, die nicht einsehen, dass sie sich vom Bösen besiegen lassen sollen. Jeder, der sich resigniert zurückzieht, gibt dem Bösen weiteren Raum. Wie sich Übeltäter vernetzt haben und vernetzen – so ist es überlebenswichtig, dass sich diejenigen vernetzen, denen die Menschen, die Erde insgesamt am Herzen liegen.

Das ist übrigens ein kleiner Beitrag zu dem Jahreswort: Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem (Paulus im Brief an die Römer Kapitel 12).  

Impressum auf www.wolfgangfenske.de