Urknall + Gott

Das ist wieder so eine Überschrift – wie ich sie liebe: „Universum birgt dreimal mehr Sterne als gedacht“ http://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article11343262/Universum-birgt-dreimal-mehr-Sterne-als-gedacht.html Ich hatte das Thema schon einmal: http://blog.wolfgangfenske.de/?s=mehr+als+gedacht Fragen wir mal Jugendliche, was der so genannte Urknall ist: Da hören wir von zusammenstoßenden Sternen, von der Erde, wie sie zusammenknallt mit Meteoriten – das moderne Weltbild: Wie weit ist es eigentlich verbreitet? Soweit ich beobachten kann: Nur im Fernsehen und bei ein paar ganz wenig Superschlauen. Wer hat den Urknall eigentlich erfunden? Der Theologe und Physiker Georges Lemaitre – er hat nicht das Wort erfunden, sondern die Theorie, dass alles entsprechend entstanden ist.

Ist der Gedanke, dass alles durch einen so genannten Urknall entstanden ist, eigentlich das modernste Weltbild? Nein. Welches denn? Da streiten sich die Geister. Dominant vielleicht: Die Welt war schon immer da, oder: sie pulsiert, zieht sich zusammen und knallt dann wieder usw. Bei diesen Weltbildern muss man nicht mehr das Denken, was ein Ding der Unmöglichkeit ist: dass Etwas aus Nichts entsteht. Und was war vorher da? Welt. Einfach Welt. Dabei war der Gedanke vom Urknall so schön griffig, auch für Kinder spannend: Alles, was knallt und Funken stieben lässt, ist spannend. Und nun? Nichts dergleichen. Pure Langeweile zu Beginn des Universums. Bleiben wir doch lieber beim Urknall.

Vielleicht etwas Psychologisches – ein psychologischer Beweis für den Urknall: Menschen lieben diese These, weil sich der Urknall tief ins Unterbewusste der Welt eingegraben hat. 😉   Was ich immer so faszinierend finde: Man hat keinen blassen Schimmer – und tut so, als wüsste man, was nicht sein kann: eben Gott und Schöpfung… Aber: Kann denn Gott vor allem gewesen sein? Er muss ja doch auch entstanden sein. Nun, unsere Sprache ist begrenzt, darum wird Gott als ewig definiert. Mit dem Wort Gott ist Ewigkeit konnotiert. Wenn nun die Welt ewig sein soll, dann wird im Grunde eine Vorstellung, die mit Gott verbunden war, auf die Welt übertragen. Die Welt wird Gott – darum kann man auch sagen: Die Natur erschafft, die Evolution macht usw. Natur und Evolution werden personalisiert, weil sich der Mensch nicht vorstellen kann, dass alles einfach so aus Zufall entstanden ist. Zufall gibt es bekanntlich nicht – weil wir kausales Denken gewöhnt sind, um es mal so zu sagen. Die Hohepriester des Urknalls müssen also zwei Dinge überwinden, wenn die Theorie irgendwie mit der Erfahrung kompatibel werden soll: a) Es kann doch Etwas aus Nichts enstehen und b) Es muss keine Kausalkette vorhanden sein.  Mir gefällt übrigens mein oben genannter psychologischer Beweis sehr. Ob ich dafür einen Nobelpreis bekommen werde? Mal überlegen, drei Preise: Medizin (Psychologie), Physik und Literatur (der fenske´sche Satz ist von außerordentlicher innovativer literarischer Kraft und Ausdrucksform). Weil der Satz soeben wie der Urknall aus dem Nichts geboren wurde, wiederhole ich ihn noch einmal: Menschen lieben diese These vom Urknall, weil er sich tief ins Unterbewusste der Welt eingegraben hat.

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