Mein Koran

„Mein Koran“ – so heißt der Artikel von Karl-Josef Kuschel aus Publik-Forum 19, 2010. Oh, oh. Christen tun sich schwer mit dem Koran, sagt Kuschel. Da würde jeder sagen: Klar! Weil soviel Abstruses darin zu finden ist. Kuschel sieht aber etwas anderes als Grund an: Weil er nicht wie die Bibel in Kapitel und Verse eingeteilt wurde! Weil wir nicht die Schönheit des Korans kennenlernen, denn wir können kein Arabisch. Man darf ihn nicht als Steinbruch benutzen – das heißt, Worte heraussuchen und im „Religionen-Gezänk“ verwenden! Die Gewaltstellen gibt es – aber dadurch, so Kuschel, werde der Koran noch nicht zum Gewaltbuch, wie auch die hebräische Bibel (= das Alte Testament) nicht. Usw. usw. Als Fazit könnte man ziehen: Diskutiert nicht über den Koran, man darf ihn eh nicht zitieren. Der Artikel schließt mit dem Hinweis, dass der Koran den Kreuzestod Jesu ablehnt. Mit dem Kreuzestod Jesu tut sich Kuschel nicht schwer, aber mit der Erlösung des Menschen durch Jesus. Und jetzt kommt´s: „Hier verstehe ich die Einrede des Koran. Er tut das ganz offensichtlich nicht um billiger Polemik gegen ein christliches >Glaubensgeheimnis< willen. Er tut das um Gottes und Jesu willen. Ich nehme ihn ernst. Hier wird mir der Koran zur Herausforderung. Seit ich diese Stelle kenne, denke ich über die Bedeutung des Kreuzes Christi nach, indem ich die Perspektive des Korans bedenke. Weiß Gott: Es lohnt sich, ihn zu lesen.“  Da mag man sich die Haare raufen bei so viel…- ich sags nicht. Ein Professor der Theologie, der sagt, er begann über die Bedeutung des Kreuzestodes Jesu nachzudenken, weil er den Koran gelesen hat – ist dem noch zu helfen? So vollkommen ahistorische herumzureden! – Mohammed wollte nicht gegen christliches Geheimnis polemisieren! Was wollte Mohammed denn? Christen waren seine theologischen Gegner! Sie passten nicht in seine politischen Bestrebungen! Die Bibel hat Gewaltstellen wie der Koran! Sicher – aber hat sich zu Herrn Kuschel noch nicht herumgesprochen, dass die Bibelrezeption eine ganz andere ist als die Koranrezeption? Der Koran wird als Wort Allahs angesehen, basta, keine Diskussionen, erst Recht nicht durch Ungläubige, die sowieso kein Arabisch können und die dichterische Schönheit des Koran nicht verstehen. Der Koran ist Wort Allahs, das in der Gegenwart umgesetzt werden muss. Und die Bibel? Gewaltstellen sind historisch – kein normaler Mensch käme auf die Idee zu sagen, weil Israel in einer historischen Situation Krieg geführt hat, müssen wir es heute auch tun. Der Artikel ist doch gelinde gesagt: Schwachsinn. Herr Kuschel ist nicht doof. Ich kenne so manches von ihm. Ich frage mich nur: Was soll das? Warum sagt er das? Warum solche grundsätzlichen Falschheiten von vorne bis hinten? Es ist ein politisches Pamphlet gegen den „holländischen Islamhasser Geert Wilders“ (30) – und Kuschel meint wahrscheinlich, dass die Leute noch so wenig Ahnung von Tuten und Blasen haben, dass sie mit solchen Luftballons abgefertigt werden können. Oder ist das ein Artikel, der seinen islamischen Freunden Gesprächsbereitschaft oder Ähnliches signalisieren soll? Eigenartig, eigenartig.

Die Aussage, der Koran tue etwas um Gottes und Jesu Willen! [a) Der Koran tut gar nichts. b) Mohammed hat, nach eigener Darstellung, den Koran durch Auditionen bekommen. c) Woher hatte er sie? Nach seinem Selbstverständnis von Allah. Und wenn Mohammed etwas um Gottes und Jesu Willen tun wollte, dann muss man ihm als Christ sagen: Gut gemeint – dennoch falsch, setzen: sechs. Aber: Es herrscht ja der Anspruch, dass Allah diese Worte gesagt hat. Und dann kann kein Kuschel mehr kommen und sagen: Ich sehe dies und das anders. Mag er´s tun! Damit erweist er sich eben als Ungläubiger, der den Weg zum Islam finden muss.] Oder Kuschels Aussage: „Weiß Gott: lest den Koran!“… Das sind allein schon von der Formulierung her gesehen Aussagen, die sowas von daneben sind, dass man kaum Worte dafür findet. Will Gott, dass man den Koran liest? Sollte man als Theologe nicht sagen: Lest das Neue Testament? Wobei auch ich sagen würde: Weiß Gott (der Vater Jesu Christi): Lest den Koran – Euch gehen die Augen über.

Das oben genannte Bild gefällt mir: Islam als bunte Luftballons verkaufen… kurz: Erwachsene mit Kindereien zu beglücken versuchen. Oh, Kuschel, musste das sein? Noch eine Warnung: Es wage ja keiner mehr über das Alte Testament zu diskutieren, der kein Hebräisch kann und die Schönheit des Alten Testaments nicht versteht. Es wage ja keiner mehr über das Neue Testament zu diskutieren, der nicht Altgriechisch versteht!… – Absurd, oder? Warum sollen wir uns vorgeben lassen, was der muslimische Glaube für richtig hält? Sie sollen, ja müssen es sagen und auch tun. Aber wer sagt uns, dass wir diese Vorgaben berücksichtigen müssen? Wir würden ja noch in der Angst-Zeit alter Schamanen leben, wenn wir nicht durch den christlichen Glauben die Freiheit bekommen hätten, all solche Tabus zu brechen, die Menschen knechten.

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Eine Antwort auf „Mein Koran“

  1. Ja, Karl-Josef Kuschel…. -wer dieser auch sein mag.Eines steht fest: WF gibt sich große Mühe, das Denkvermögen dieses Mannes zu aktivieren. Echolot fragt: Vergebliche Liebesmüh?
    Dank an WF, der den noch Denkenkönnenden hilft, Sachverhalte zu verstehen und zu definieren!

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