Sterben in Würde

„Ein Mythos oder romantischer Wunschtraum ist auch die Idee vom würdigen Sterben, welches dem Sterbenden sie Wahrung seiner Autonomie bis zum letzten Atemzug gestatte. … Gerade der heute beschworene natürliche Tod ist nicht selten ein höchst inhumaner und grausamer Tod“ – weil der Mensch ihm ausgeliefer ist, auch wenn er nicht will und die Art zu sterben, kann er sich nicht aussuchen. Er ist nicht frei. Die Würde ist ihm genommen. (Körtner: Bedenken, daß wir sterben müssen. Sterben und Tod in Theologie und medizinischer Ethik, Beck 1996,28) Ich denke, man kann auch in Unfreiheit Würde haben; und: die Menschen haben alles zu tun, dass sie in dieser Situation der Unfreiheit soweit es ihnen möglich ist, Würde ermöglichen. Und darum sind Hospize so sehr wichtig. http://de.wikipedia.org/wiki/Hospiz Und: Sich selbst töten ist nicht würdiger, sondern steht unter dem Zwang, sterben zu müssen – nur der Zeitpunkt und die Art kann mehr oder weniger selbst bestimmt werden. mehr oder weniger darum, weil auch Suizid unter einem gewissen Zwang steht. Ein Christ weiß: Ob wir leben oder sterben, wir liegen in Gottes Hand – auch wenn er es zum Zeitpunkt des Sterbens nicht direkt wahrhaben kann oder will – die Hand des liebenden Gottes trägt ihn.  

Impressum auf www.wolfgangfenske.de – http://literarisches.wolfgangfenske.de/3.html