Akzeptieren + Glauben

Mohammeds Auditionen einfach akzeptieren ist etwas anderes als „Glauben“. „Glauben“ ist ein anderes Wort für „Vertrauen“ (Hebr.) – und Vertrauen kann nicht befohlen werden, es setzt ein Miteinander voraus, während dessen man Vertrauen lernt, spürt, im Vertrauen wächst. Auch von daher ist der christliche Glaube schwerer intellektuell und spirituell zu durchdringen. Zu Mohammeds Auditionen kann man sagen, wie es ja auch im Koran steht: Stimmt nicht. Man kann das auch zur Überlieferung des christlichen Glaubens sagen, nur: Der christliche Glaube lädt nicht dazu ein, Jesus, Paulus oder sonstwen zu akzeptieren, ein historisches Ereignis als Wahrhaftig anzuerkennen, sich diesem zu unterwerfen; sondern es geht darum: Gott, der mir begegnet, der mir vertraut, sich mir öffnet – sich ihm langsam selbst zu öffnen. Wie begegnet man einem misstrauischen Menschen? Indem man ihm behutsam seine Hand hinhält, die Stimme spielt, die Augen strahlen… Und so ist Gott in Jesus Christus im Neuen Testament. Und irgendwann kann dann das Misstrauen überwunden sein. Und darum gibt es auch so viel Ansichten im Christentum: Wir sind auf dem Weg. Der Eine hat mehr erkannt, der andere eine andere Perspektive Gottes mehr lieben gelernt. Der Eine ist auf dem historischen Tripp, der andere spürt Jesu Geist im Herzen. Es sind unterschiedliche Stadien des Vertrauens, in denen der jeweilige glaubende Mensch in seiner Beziehung mit Gott geht. Der Eine sieht Gott in Jesus im Gebet, der andere sieht ihn im Mitmenschen. Die Stadien, die Wege sind verschieden: Das Ziel ist dasselbe. Und Gott geht auch mit Menschen der Völker diesen Weg. Manche erkennen Gott in Jesus aus hinduistischen Traditionen heraus, andere aus buddhistischen, afrikanischen, islamischen… – Gott, der Vater Jesu Christi, hat überall seinen Geist ausgestreut – und der trägt seine Blüten und Früchte zu seiner Zeit.

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