Erinnerungen 13

Seit dem 23.7. habe ich aus Zeitgründen die Reihe nicht mehr fortgeführt. Darum klafft nun eine August-Lücke. Mit dem September versuche ich die Reihe fortzusetzen. Zunächst bis zum 5.9.

Engelbert Humperdinck (* 1.9.1854) hat mich seit meiner Kindheit beeinflusst – vor allem mit dem Stück aus Hänsel und Gretel: Abends wenn ich schlafen geh… http://www.youtube.com/watch?v=e64mZN6EYY4&feature=related. Ehrlich gesagt, kannte ich nur das Lied – von Humperdinck hörte ich erst viel später. Und dann kam der Romantiker Edvard Grieg (* 15.6.1843 und + 4.9.1907) irgendwann in mein Leben: Seine Morgenstimmung (aus Peer Gynt) hätte ich sehr vermisst: http://www.youtube.com/watch?v=GUKRBeG-sGQ Ich muss gestehen – das Stück zu nennen ist nicht sehr originell – aber darum geht es bei diesen Erinnerungen ja auch nicht. Es geht vielfach um Menschen, die mir in meinem Leben irgendwann mal wichtig geworden sind.

Mit den Jahren kam ein anderer Vollblut-Romantiker zu den genannten hinzu: Caspar David Friedrich (* 5.9.1774). Viele seiner Bilder wurden hier zusammengestellt: http://www.philipphauer.de/galerie/caspar-david-friedrich-werke/ Vier Jahre nach dem Tod Caspar David Friedrichs wurde Henri Rousseau (21.5.1844-2.9.1910) geboren. In diesem Jahr jährte sich sein Todestag zum 100. Mal. Wurde eigentlich an den Großvater der Naiven Malerei und des Surrealismus, wie er genannt wird, gedacht?  http://www.zeno.org/Kunstwerke/A/Rousseau,+Henri 

Was Dichter betrifft: Nicht der Film Bambi hat mich als Kind berührt, sondern das Buch von Felix Salten (* 5.9.1869): „Bambi. Eine Lebensgeschichte aus dem Walde.“ Ich denke, dass es auch meine Liebe zur Natur mitgeprägt hat – ich weiß auch noch, wie mir die Tränen kamen – bei der Treibjagd. Apropos Treibjagd – Werner Bergengruen wurde 1937 aus der Reichschrifttumskammer ausgeschlossen, „er sei durch schriftstellerische Veröffentlichungen nicht geeignet, am Aufbau der deutschen Kultur mitzuarbeiten“ http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Bergengruen Was mich an diesem Satz so fasziniert ist, dass das Bestreben der nationalsozialistischen Diktatur deutlich wird, auch „deutsche Kultur“ zu usurpieren. Nun, Bergengruen hat nach 1945 gesagt: „Niemand darf sagen, er habe von den Greueln nichts gewusst…“. Dass Bergengruen dennoch bei den Nachgeborenen harter Kritik unterworfen wird, kann man sich schon denken. Denn wer zum Katholizismus konvertiert statt zum Kommunismus wie Brecht – an dem kann ja nichts Gutes sein. Es ist auch die Arroganz der Kritiker erkennbar, die sich über diejenigen erhebt, die der Welt etwas in ihre Zeit hinein zu sagen haben, gegen diejenigen, die Menschen ermutigen, sie stärken – was dann den Nachgeborenen nicht passt. Ich möchte aus dem Gedicht „Wandlung“ zitieren: „Löse dich von Haus und Hast, / Eh der Herd verglimmt, / denn zu Gottes Wanderschaft / Bist du vorbestimmt. // Raste stumm am falben Rain. / Laub ist braun gehäuft, / Da der graue Bitterwein / Aus der Wolke träuft. // Hufschlag hart am Straßenbord, / Wagenspur und Tritt / Löscht der blasse Regen fort / Und dich selber mit. // Namenloses Zeitenkind / Baum im Wanderschuh! / Was am Prellstein hockt und sinnt, / Das bist nicht mehr du. // Gib dich der verborgnen Hand, / Die dich angerührt. / Hebe dich vom Grabenrand. / Geh. Du bist geführt.“ – Freilich, es ist eine andere Sprache, eine andere Zeit, ein anderes Ziel (als es z.B. Benn hatte) die hier zum Vorschein kommen – die im Grunde unbekannten, die geschichtlich unbedeutenden Kritiker richten sich selbst. (Aus: der Glaube kann nicht schweigen. Christliche Lyrik der Gegenwart, hg.v. Anna Paulsen, 1948, 26)

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