Westergaard + Xiabao

Das ist ja erfreulich, dass ich schon wieder was Gutes über Westergaard schreiben kann. Er hat den Leipziger Medienpreis für seinen Mut erhalten. Der Mohammed-Karikaturist, der Mohammed mit Bombenturban zeichnete, lebt gefährdet. http://www.welt.de/politik/deutschland/article10159564/Eklat-um-Mohammed-Zeichner-und-Nobelpreistraegerin.html Ich möchte aber auch bei aller Freude für Westergaard an die anderen Zeichner denken, die an ihrem Mut ebenfalls schwer zu tragen haben, z.B. an Lars Vilks.

Ebenso freue ich mich, dass der Chinese Liu Xiabao den Friedensnobelpreis bekommen hat. Ich freue mich nicht, weil das für China eine schwere Pille ist, sondern dass die chinesische Regierung dadurch hoffentlich akzeptieren lernt, wie notwendig Menschenrechte sind. http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10159782/Die-kleinen-Europaeer-entlarven-Chinas-Dilemma.html 

Was mich an beiden Preisen besonders beeindruckt, ist der Mut derer, die die jeweiligen Preise vergeben. Und diese Menschen machen Hoffnung.

Ist Firoozeh Bazrafgkan mutig, über-mütig, naiv? Weil im Iran Sakineh Ashtiani ausgepeitscht werden soll – oder gesteinigt – oder gehängt, macht sie dasgleiche mit dem Koran, nach dem Motto: Auge um Auge, Zahn um Zahn: http://www.youtube.com/watch?v=RXEMnOdNvp8&feature=player_embedded (gefunden über pi) Es ist auf jeden Fall der Zorn, die Wut der Menschen, die sich ohnmächtig wissen, die keine Lust haben, solchen unmenschlichen Widerwärtigkeiten einfach zuzusehen. Die oberflächliche, eingeschüchterte, sich selbst versklavende Welt wird dagegen sicher wieder aufschreien, sie wird versuchen, sich im Geschrei gegen diese Künstlerin zu übertönen – wohl mehr als sie jemals gegen die Ungerechtigkeiten in islamischen Ländern aufgeschrien haben. Aber sie richten sich selbst. 

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