Im Zweifel gegen Wissenschaft

Der türkische Kulturminister will deutsche Archäologen aus dem Land jagen, wenn Deutschland nicht die hethitische Sphinx (von Hattuscha) zurückgibt: http://www.tagesspiegel.de/kultur/tuerkei-will-berliner-sphinx-zurueck/1948984.html Wie Kewil schreibt: Die Sphinx war 3000 Jahre vor den Türken / Osmanen dort… Die kamen erst als Einwanderer aus den Steppen in die Türkei… Naja, wie dem auch sei – denn es leben sicher noch Nachfahren der Hethiter in der Türkei, trotz osmanischer Invasion: Auf diese Art seine Forderungen mit Erpressung zu würzen, ist politisch nicht ganz halal. Ach so, für diesen Kulturkreis ist es das? Wenn der Kulturminister das wirklich wahr macht, dann heißt das nichts anderes, als dass er die Wissenschaft auf die Ränge verweist. Und wenn unser Staat Erpressungen nachgibt, heißt das, dass er immer erpressbar sein wird. Vielleicht sollte man den Minister einmal darauf hinweisen, wie die EU-Länder miteinander umgehen… Stimmt: Die EU ist ja damals mit Irland auch nicht anders umgegangen. Nun denn: Willkommen im Klub…! —

Meine ernsthaft gestellte Frage: Ist denn die Frage nach der Rückgabe von Kunstschätzen immer noch nicht international geregelt? Was müssten wir dann nicht alles zurückgeben – und die Museen Großbritanniens… – wird wohl immer von Fall zu Fall verhandelt werden müssen. Meine weitere Frage ist: Warum wollen die eigentlich die Sphinx selbst mit erpresserischen Mitteln in der Türkei haben? Denn: je islamischer ein Land wird, desto kritischer stehen sie den kulturellen Hinterlassenschaften der heidnischen Völker gegenüber. Eines der letzten Aufbäumen der Freieren?

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