Konrad Löw

Konrad Löw hatte geschrieben, dass die Mehrheit der Deutschen während der Zeit des Nationalsozialismus nicht antisemitisch eingestellt gewesen seien. Das fand die Bundeszentrale für politische Bildung gar nicht gut und entschuldigte sich für den von ihr veröffentlichten Artikel, der ihre Arbeit desavouiert habe, und ließ die restlichen Hefte einstampfen. Löw fühlte sich stigmatisiert und klagte. Das Bundesverfassungsgericht gab ihm Recht. Die Bundeszentrale für politische Bildung müsse auch andere Meinungen zulassen. Das heißt: Die Arbeit der Wissenschaftler darf nicht aus politischen Gründen unterschlagen werden. (Gefunden über Kewil.)

http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/rk20100817_1bvr258506.html   

Das findet H. Prantl von der Südeutschen Zeitung gar nicht gut. Er meint aus dem Urteil herauslesen zu können, „dass Juden selbst schuld sind an ihrer Verfolgung“ http://www.sueddeutsche.de/politik/antisemitismus-urteil-dr-jur-absurd-1.1005799 Löw mag ja umstrittene Äußerungen gemacht haben. Aber diese Formulierung von Prantl ist doch sicher wieder eines Rechtsstreites wert. Wie verteidigt sich nun das Bundesverfassungsgericht gegen diese ich sags mal mit politischen Begriffen „ungeheuerlichen“ Aussagen? Wie ein Baum, den der Hund anpinkelt?

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