Gebet zum alten Mann

In einem Interview sagt der kranke Journalist Jürgen Leinemann, er habe in seiner Krankheit nicht zu dem alten Mann mit Bart gebetet, sondern zu einer Kraft, die größer ist als ich, die stärker ist als alles: http://www.tagesspiegel.de/zeitung/ich-kann-nicht-mehr-hilf-mir-doch/1590912.html (gefunden über Kewil). Glaubt er, sich mit dieser Aussage von den glaubenden Christen unterscheiden zu können? Gibt es einen Christen, eine Christin, die zu einem alten Mann mit Bart betet? Ich denke, die kann man wie Stecknadeln suchen. Das ist doch traurig, dass es kluge Menschen gibt, die andeuten, dem wäre so. Zum anderen erkennt der Mann, dass Kranke in christlichen Häusern besser aufgehoben seien, weil die dort Arbeitenden ein anderes (menschlicheres) Menschenbild hätten. Schön, wenn das in konfessionellen Krankenhäusern noch so empfunden wird, denn da arbeiten inzwischen ja auch Nicht-Glaubende. Aber vielleicht ist Glaube ja auch ein bisschen ansteckend, fordert das Gute im Menschen heraus.

Wenn die Leute putzmunter sind, dann fallen sie vielfach über das christliche Menschenbild her, überheben sich und grinsen über die breiten Backen vor lauter: Wir wissen mehr, sind fortschrittlicher usw. Manchmal scheinen sie froh zu sein, dass es dann doch noch Christen gibt. 

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