Versagen der Christen

Wie sich das durch die Jahrhunderte hindurchzieht: „Denn euretwegen wird der Name Gottes gelästert unter den Heiden“ (Jes. 52,5 – aufgegriffen von Paulus im Römerbrief 2,24) – aus unserer Zeit heraus gesagt: Weil man nicht will, dass Gott am Herzen arbeitet – darum ist man nur äußerlich Christ oder nur sehr unvollkommen. Der Geist Gottes will das Herz erneuern. Solange das bei einem Menschen nicht geschieht – bleibt er der alte Knabe. Solange man den Geist Gottes nur punktuell agieren lässt – bleibt man punktuell der alte Knabe. Sicher kann man sagen: Nun ja, wenigstens kommt Gott punktuell zum Zuge, das ist doch schon mal was, wenn der Mensch seinen harten Kern ein wenig knacken lässt – aber das ist es ja: Darum wird der Name Gottes von Nicht-Glaubenden abgelehnt.

Aber warum lästern die Heiden den alten Knaben? Sie sind doch um keinen Deut besser. Sie lästern, weil der Anspruch ein anderer ist. Wer sagt: Gott macht mich neu – und bleibt der alte Knabe, der muss mit Spott rechnen. Hierzu hat Jesus ja einige Dinge gesagt: Wer ein Haus bauen will und vorher nicht gecheckt hat, ob er es überhaupt packt, der muss mit Spott rechnen; ein Herrscher, der mit seinem Heer ein anderes angreift, vorher aber nicht gecheckt hat, ob er überhaupt stark genug ist, der muss sich über Spott nicht wundern; oder: Wenn Jesus das Herzenshaus von Dämonen gereinigt hat und man ihn nicht drin wohnen lässt, dann kehren die Dämonen vielfältig zurück.

Paulus spricht aber weiter: „Dass aber einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue die Treue Gottes aufheben? Das sei ferne!“ – Und das ist spannend: Durch unsere Untreue leuchtet Gottes Treue besonders hell. Das heißt: Er liebt den Menschen, der versagt – und dadurch leuchtet seine Liebe besonders hell. Aber das bedeutet nicht, dass die Nicht-Glaubenden über das Versagen der Glaubenden nicht mehr spotten. Lasst sie spotten – und: lassen wir uns erneuern.

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