National-Sozialisten

In den Tagesthemen vom Samstag war ein Beitrag über NPD-Leute in Sportvereinen. Das war wieder so ein Beitrag, der einen mulmig zurücklässt. Da trainieren in Sportvereinen Mitglieder der NPD die Kids. Die Trainer lassen sich politisch nichts zu Schulden kommen, es fällt überhaupt nicht auf – und dann bekommt irgendjemand Wind davon, dass sie in der NPD sind, die Sportvereine entlassen die Leute nicht, weil sie eben gute Trainer sind und sich bei dieser Tätigkeit nicht politisch betätigt haben. Die nächste Stufe: Die Presse wird eingeschaltet. Und dann werden die Sportvereine so unter Druck gesetzt, dass sie den Trainer entlassen müssen – und dann wird beklagt, dass die Angeschuldigten zwar nicht mehr Trainer, aber weiterhin Mitglied in den Vereinen sein dürfen.

Hier werden also Menschen gesellschaftlich isoliert, die vom Grundgesetz her gesehen, nichts Unrechtes tun. Die Vorgehensweise finde ich menschlich vollkommen daneben: Bluthunde loshetzen, um die Menschen zu Fall zu bringen und die anderen vor Angst erstarren zu lassen. Außerdem halte ich das gesellschaftspolitisch für äußerst schädlich. Warum? Irgendwann arbeiten dann die unbelehrbaren Ideologen so, dass sie nicht mehr Mitglied der NPD oder ähnlicher Parteien sind, aber die tumbe Gesinnung haben – dann kann denen keiner mehr ein Bein stellen – aber sie können dann auch nicht mehr beobachtet werden. Pawlowsche Reflexe in der Gesellschaftspolitik gehen oft nach hinten los und die Gutmeinenden fahren den Karren erst recht in den Dreck.

Übrigens glaube ich mich noch erinnern zu können, wie wir als Schüler 1972 (?) heiß diskutierten – gegen den Radikalenerlass in dem selbst Lokomotivführer, die in der DKP waren, Berufsverbot bekommen sollten. Es hat sich nichts geändert – nur die ideologischen Vorzeichen. 

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